DAS GEDICHT Nr. 14 ist auf dem Weg

Liebe Besucherinnen und Besucher,

kurz vor dem Erscheinen der neuen Nummer von DAS GEDICHT Nr. 14 (unter www.dasgedicht.de sind bereits alle wesentlichen Koordinaten der Ausgabe und Teile des Inhalts online gestellt) fasse ich mich knapp. Denn ich möchte am heutigen Sonntag noch einmal tief Luft holen vor der großen „Verpackungs- und Versandorgie“, die meiner Mitarbeiterin Gabriele Trinckler und mir bevorsteht. In den nächsten zwei bis drei Wochen müssen wir beide nämlich mehrere tausend Exemplare der Zeitschrift DAS GEDICHT von Hand verpacken und so schnell wie möglich auf die „Strecke“ bringen …

Die neue Reihe „Poesie 21“ ist gestartet.

In diesen Tagen kann ich nach monatelangem Durcharbeiten die Früchte einer intensiven lyrischen Arbeit ernten: Gerade sind die ersten Titel meiner neuen Reihe „Poesie 21“ erschienen. „Poesie 21“ ist eine gemeinsame Unternehmung von DAS GEDICHT, Lektorats-Service und Druckerei & Verlag Steinmeier in Nördlingen: siehe www.poesie21.de. Meines Erachtens sind die ersten drei „Poesie 21“-Bände von Gudrun Hillmann, Jürgen Preuss und Gabriele Trinckler lyrische „Visitenkarten“ für die Autoren und die Reihe selbst geworden. Insbesondere GEDICHT-Lektorin Karin Fellner hat im engen Dialog mit den Lyrikern hervorragende Arbeit geleistet. Die nächsten drei Bände von „Poesie 21“ sind bereits in Arbeit und erscheinen Ende Oktober 2006. Die Anthologie zu unserem „3. Lyrik-Wettbewerb“, dessen Ausschreibung noch läuft (siehe www.poesie21.de) wird natürlich in derselben Ausstattung wie die Einzelbände von „Poesie 21“ publiziert.

Meine gesammelten Gedichte aus 25 Jahren sind erschienen.

Ganz besonders freue ich mich darüber, dass mir Verleger Hubert Ettl vom lichtung verlag die Gelegenheit geboten hat, mein 25-jähriges „Brettl- und Bühnenjubiläum“ in seiner feinen „edition lichtung“ mit dem Band „Im Glas tickt der Sand. Echtzeitgedichte 1980 bis 2005“ zu begehen. Das fast 200 Seiten dicke Buch vereinigt (mit Ausnahme des 128 Seiten umspannenden Langgedichts „Der digitale Hai ist high“) den Kernbestand meiner bisherigen lyrischen Arbeit. Der Band ist seit 14 Tagen lieferbar: siehe www.lichtung-verlag.de. Meine Geburtsstadt München präsentiert ihn übrigens am Donnerstag, den 30. November 2006 um 20 Uhr in der Monacensia-Sammlung der Münchner Stadtbibliothek (Hildebrandhaus, Maria-Thersia-Str. 23, 81675 München). Der Gitarrist Martin Finsterlin, mit dem ich zur Zeit an einer gemeinsamen CD für Eichborn LIDO arbeite, wird die musikalische Gestaltung des Abends übernehmen.

Ein Tipp für alle Liebhaberinnen und Liebhaber der Poesie: Die Internetseite www.poetenladen.de.

Wer sich für Gedichte von mir interessiert, die in diesem Jahr verfasst wurden, kann sie auf der Internetseite www.poetenladen.de nachlesen. Der „Poetenladen“ ist ein wunderbares Forum für zeitgenössische Lyrik und ihre Diskussion.

Wie Sie unter www.dasgedicht.de sehen, führen wir in unserer „GEDICHT-Akademie“ neue Kleingruppenseminare ein, die neben Lyrik auch autobiographische Schriften und Prosa berücksichtigen. Als Gastreferenten stehen uns mit Nicola Bardola, Ulrich J. Beil und Nico Bleutge herausragende Künstler, Praktiker im Literaturbetrieb und versierte Kenner der Materie zur Seite.

Herzliche poetische Wünsche und Grüße aus Weßling
und vielleicht bis bald

Ihr ANTON G. LEITNER

Robert Gernhardt ist tot

Die Zeitschrift DAS GEDICHT trauert um ihren Autor und Illustrator Robert Gernhardt. Mit Robert Gernhardt verliert Deutschland eine große lyrische Stimme und einen bedeutenden schwarz-humorigen Zeichner.

Für mich war Robert Gernhardt – neben Ernst Jandl – einer der größten Lyrik-Rezitatoren der Gegenwart. Er verstand es mit seinen Gedichten, die in einer Traditionslinie zu den Texten von Joachim Ringelnatz (der mit Gernhardt die Doppelbegabung des Zeichners teilte), Christian Morgenstern, Klabund und Erich Kästner stehen, sein Publikum so zu fesseln, als läse er aus einem spannenden Kriminalroman vor. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er zum Beispiel beim Lyrik-Festival in Landsberg-am-Lech mit der charmanten Art seines Vortrags Jung und Alt gleichermaßen in den Bann zog.

Ich werde nicht vergessen, wie er mir gegenüber spontan am Telefon zusagte, unser Erotik-Special im Jahr 2000 mit uns zusammen im Münchner Literaturhaus zu präsentieren, zu einem symbolischen Honorar, das wir uns als Kleinverlag leisten konnten. Er wollte sich mit seinem Auftritt auch symbolisch hinter diese Erotik-Nummer stellen, die selbsternannte Sittenwächter (darunter nicht wenige Buchhändler) als Pornografie missverstanden und mit einem Verkaufsboykott belegten. 2002 illustrierte Robert Gernhardt schließlich unsere Jubiläumsausgabe Nr. 10 („Gedichte gegen Gewalt“) und machte uns seine bösen Zeichnungen augenzwinkernd zum Geburtstagsgeschenk.

In vielen Ausgaben unserer Zeitschrift DAS GEDICHT und in den meisten meiner Anthologien bei dtv/Hanser, Reclam und Artemis & Winkler sind Robert Gernhardts Gedichte enthalten.

Ich werde die gemeinsamen Begegnungen, Auftritte, Telefonate und schriftlichen Korrespondenzen mit ihm nicht vergessen und bin dankbar dafür, dass ich mit Robert Gernhardt in den vergangenen 15 Jahren immer wieder zusammenarbeiten durfte. Seine Gedichte leben weiter, natürlich nicht nur in unserer Zeitschrift, sondern vor allem in seinen eigenen Sammlungen, die früher bei Haffmans erschienen und heute bei S. Fischer in Frankfurt am Main vorliegen.

In mehreren Gedichtbänden hat Gernhardt sein Herz- und Krebsleiden minutiös und selbstironisch protokolliert. Glücklicherweise gibt es von vielen seinen Auftritten Mitschnitte, die als CD erschienen sind, so dass seine Stimme lebendig bleibt, nicht nur, aber ganz besonders im poetischen Gedächtnis unseres Landes.

Robert Gernhardt starb nach Angaben seines Verlages S. Fischer (unter Bezugnahme auf seine Ehefrau) im Alter von 68 Jahren heute Früh in Frankfurt am Main.

ANTON G. LEITNER

DAS GEDICHT, Herausgeber