Neue dtv-Anthologie “Ein Nilpferd schlummerte im Sand” beim Herausgeber eingetroffen

 

 

Liebe Besucherinnen und Besucher,

Leitner/Trinckler (Hrsg.) "Ein Nilpferd schlummerte im Sand"

Leitner/Trinckler (Hrsg.) "Ein Nilpferd schlummerte im Sand"

 

 heute ist ein Vorabexemplar meiner neuesten Anthologie in Weßling eingetroffen. Sie heißt “Ein Nilpferd schlummerte im Sand”, enthält “Gedichte für Tierfreunde” und erscheint offiziell erst im April 2009 im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv).

Wie Sie sicher schon am Umschlag erkennen, gestaltete das Deckblatt kein Geringerer als Reinhard Michl, der das 143 Seiten starke Buch im Geschenkformat auch illustriert hat. 

Ich habe die Sammlung zusammen mit meiner Mitarbeiterin Gabriele Trinckler herausgegeben. Sie kostet lediglich € 4,95 und ich glaube, Sie werden nicht enttäuscht sein, wenn Sie diese überschaubare Summe in unsere Anthologie investieren. Sie ist sicherlich bereits im Buchhandel vorbestellbar. Falls Sie ein Exemplar wünschen, das von Gabriele Trinckler und mir signiert ist, wenden Sie sich gegebenfalls direkt an uns. Dann helfen wir Ihnen weiter.

Mehr Informationen zu unserem neuen dtv-Titel  finden Sie direkt auf der dtv-Homepage: Lesen Sie selbst!  dtv ermöglicht Ihnen übrigens sogar einen Blick ins Buch selbst!

Herzliche Grüße aus dem heute naßkalten Weßling
sendet Ihnen Ihr Anton G. Leitner

Zweiter Teil meiner ZVABlog-Kolumne seit heute online

 

Liebe Besucherinnen und Besucher,

 seit heute ist der zweite Teil meiner Lyrik-Kolumne im Zentralen Verzeichnis Antiquarischer Bücher ZVAB.com online. Ich habe meine Kolumne dieses Mal dem Archipoeta und großen Spracherneuerer Giuseppe Ungaretti gewidmet. Lesen Sie selbst.

Eine Verehrerin versorgt den greisen Dichter Giuseppe Ungaretti

Eine Verehrerin versorgt den greisen Dichter Giuseppe Ungaretti

„Heute ist ein schöner Tag”

Aloisia Leitner *21.08.1911, verstorben am 23.2.2009

Aloisia Leitner *21.08.1911, verstorben am 23.2.2009

 

 Heute ist kein schöner Tag, denn vor einigen Stunden bin ich vom Totenbett meiner Großmutter heimgekehrt. Sie ist gegen Mittag im Alter von 97 Jahren gestorben. Ich habe ihr im Pflegeheim einen letzten Besuch abgestattet.

 Das Heim liegt idyllisch an einem oberbayerischen See und als ich es betrete, läuft gerade der Rosenmontagsschlager „Heute ist ein schöner Tag”. Einige verwirrte Heimbewohnerinnen versuchen mit mir in einer unverständlichen Babysprache Kontakt aufzunehmen. Vom Personal begegnet mir während meines gesamten Besuches niemand. Wahrscheinlich waren die diensthabenden Pflegerinnen und der Zivildienstleistende mit bettlägerigen alten Menschen beschäftigt.

 Die Tür zu Großmutters Zimmer steht einen Spalt weit offen. Sie liegt so wie immer in ihrem Pflegebett, nur steht das Bett heute etwas angeschrägt an der Terrassentür. Unter ihren Kopf hat man ein hohes Kissen geschoben, so dass sie eigentlich den zugefrorenen See sehen müsste, der draußen silbergräulich schimmert, wie ihr nach hinten gekämmtes Haar. Aber ihre Augen sind zu. Sie kann den See nicht mehr sehen und der See schert sich nichts um sie. Der ist mit sich selbst beschäftigt und taut auf, während Großmutter regungslos vor mir liegt, mit einem matten Glanz auf der Haut. Ihr Mund ist offen, zahnlos, von einem angedeutetem Lächeln umspielt. Meine Nase habe ich von ihr, denke ich. Ihre ist sogar noch mehr gekrümmt als meine. Aber ihre Nasenflügel bewegen sich nicht mehr, nicht um einen Deut. Kein Ringen um Luft, kein verkrampfter Husten nach dem Verschlucken.

 Ihre feingliedrigen Hände hat man gefaltet. Sie umschließen den Teil der Blüte eines Weihnachtssterns und etwas Grünzeug. Zwei große weiße Stearin-Kerzen brennen in einem Glas. Sie stehen auf grauen Sockeln im Jugenstildekor und flankieren die rechte und linke Seite von Großmutters Bett. Die Flammen züngeln nicht. Kein Lufthauch bewegt sie. Das resopalgeschichtete Regal an der Wand ist schon leergeräumt. Wie neu.

In der Ecke des Zimmers lehnt ein Glasrahmen. Er hält noch immer all die Fotos ihrer Enkel zusammen, die nicht zusammenpassen. Einzelne sind  schon angegilbt. Sie sind nach der Geburtsfolge nummeriert und handschriftlich mit den Vornamen der Enkel versehen. Ein Bild zeigt mich als Jugendlichen. Ich schaue brav aus. Mein Bild hat einen Rotstich. Es ist mit „Nr. 1″ und meinem Spitznamen gekennzeichnet. Links daneben lehnt ein einzelner Rahmen: Darin ein Foto meines verstorbenen Großvaters. “Papa” steht darauf. Kein weiteres Bild, nur ein Buch, die heilige Schrift, und Jesus am Kreuz.

 Sie hätte sich gewünscht, dass jetzt ein Pfarrer an ihrem Bett steht. Aber am Rosenmontag steht auch in Bayern kein katholischer Geistlicher am Totenbett. Vielleicht findet sich doch noch einer. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Als ich gehe, schreckt eine alte Dame im Gang aus ihrem Rollstuhl hoch. Ich habe sie an ihrer Sitzhaltung wiedererkannt. Denn wie bei all meinen früheren Besuchen ist ihr halber Oberkörper über die rechte Armlehne des Rollstuhls gesunken. Mein Gruß lässt sie auch dieses Mal hochfahren und eine aufrechte Sitzhaltung einnehmen. Sie ruft, schreit mir unverständliche Worte nach und verfolgt aufmerksam mein Gehen. Dann sinkt ihr halber Oberkörper über die linke Armlehne ihres Rollstuhls.

„poetry talk“ mit Anton G. Leitner in Wien

 

 
Liebe Besucherinnen und Besucher,

dieser Tage erreichte mich die Brand-eMail einer jungen Berliner Verlegerin, die mit dem Aufruf “Kunst braucht Mäzene” ihren Verlag aus einer offensichtlich prekären Finanzlage retten möchte. Natürlich schaden Mäzene der Kunst nicht, aber nach meiner festen Überzeugung braucht ein Lyrik-Verlag vor allem eines: Menschen, die seine Titel kaufen und lesen. Ich selbst kaufe jährlich dutzende von Gedichtbänden und kann nur allen raten, es mir in dieser Hinsicht gleich zu tun. Dann erübrigen sich auch panische Hilferufe nach mäzenatischen Rettern aus der Not. Denn natürlich ist auch ein Lyrik-Verlag dem wirtschaftlichen Gesetz von Angebot und Nachfrage ausgesetzt. Und was nützen ihm Mäzene, die Bücher finanzieren, die am Ende niemand liest?

Solche und ähnliche Fragen erörtere ich auf einer spannenden Veranstaltung (Diskussion mit kurzer Lesung)  an diesen Freitag in Wien – zusammen mit meinen Kollegen Dominik Riedo (Schweiz) und Christian Ide Hintze (Wien). Ich würde mich sehr freuen, am Freitag alle Liebhaberinnen und Liebhaber der Lyrik in Wien im “depot” persönlich begrüßen zu dürfen.

Und hier noch einmal die gebündelten Informationen zur Veranstaltung:

poetry talk
lyrik schreiben – lyrik managen

 drei dichter aus der schweiz, österreich und deutschland treffen sich zum poetry-talk:

DOMINIK RIEDO, dichter und kulturminister der schweiz – CHRISTIAN IDE HINTZE, dichter und initiator der schulen für dichtung in wien und medellín – ANTON G. LEITNER, dichter und verleger der lyrikzeitschrift “das gedicht” in weßling bei münchen.

 zwischen mundart, schrift und lautpoesie liegen die spannungsfelder in der entwicklung von lyrik. wie steht es um die lyrik und die lyriker im deutschsprachigen und europäischen raum heute? wie lebt man von der lyrik? kann man überhaupt von der lyrik leben? drei engagierte botschafter der zeitgenössischen lyrik sprechen von ihrer arbeit als lyriker und gleichzeitig manager von lyrik. es geht um den austausch zwischen künstlern, kunstszenen und ländern, um anregung und ausweitung als zusammenarbeit, aktuell und in der zukunft.

 konzept & moderation: AUGUSTA LAAR, künstlerin und lyrikerin u.a. schweizerin, die in wien und münchen lebt.

 http://sfd.at/akademie/2009/klassen/poetry_talk/
http://www.poeticarts.de/

 ZEIT: freitag, 27. februar 2009, 19.00 uhrORT: depot, breitegasse 3, a-1070 wien
www.depot.or.at
freier eintritt

DAS GEDICHT Nr. 16: Die zweite Auflage ist in Druck!

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DAS GEDICHT Nr. 16, 2. Auflage (Januar 2009)

Liebe Besucherinnen und Besucher,

ich kann Ihnen heute die erfreuliche Mitteilung machen, dass die erste Auflage von DAS GEDICHT Nr. 16 (“gefühlter Puls, rezeptfreie Gedichte”) bereits 8 Wochen nach dem Erscheinen vergriffen ist.

Die zweite Auflage ist in Druck und erscheint am 30. Januar 2009. Insoweit aktualisiert diese Mitteilung die heutige Meldung von Amazon.de, Das Gedicht Nr. 16 sei derzeit nicht lieferbar und ein neuer Erscheinungstermin stehe noch nicht fest.

Selbstverständlich können Sie Ihr Exemplar der Nachauflage direkt bei mir vormerken lassen (die Auslieferung an Sie erfolgt dann automatisch nach Erscheinen, Ende Januar 2009), aber ich hoffe auch, dass Amazon.de sobald wie möglich wieder Vormerkungen von der Ausgabe DAS GEDICHT Nr. 16 (2. Auflage) entgegennimmt.

Die Ausgabe stößt nach wie vor auf ein sehr großes Interesse bei den Leserinnen und Lesern sowie in den Medien, zuletzt haben die Süddeutsche Zeitung und die Fersehillustrierte prisma darauf abgehoben.

Mit dieser guten Nachricht verabschiede ich mich für heute von Ihnen und wünsche Ihnen ein poetisches Wochenende.

Bis ganz bald, Ihr Anton G. Leitner

Neuerscheinung: Gedichte für Nachtmenschen

 

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Liebe Leserinnen und Leser,

heute bekam ich Post von dtv: Ein Vorabexemplar meiner neuesten Anthologie „Gedichte für Nachtmenschen”, die ich zusammen mit Gabriele Trinckler edierte. Der Band wird derzeit an den Buchhandel ausgeliefert und ist in wenigen Tagen lieferbar. Das 2-farbig gedruckte und 139 Seiten starke Buch kostet lediglich € 4,90 [D] und ist wegen seines handlichen Formats ideal mitzunehmen.

Mehr darüber erfahren Sie auf der dtv-Homepage, wo sogar schon ein Blick ins Buch möglich ist. Mit dieser kleinen Lektüreempfehlung wünsche ich Ihnen heute eine gute und poetische Nacht.

Herzliche Grüße aus Weßling bei Regen (gottseidank ist ja jetzt unser Dach dicht!)
schickt Anton G. Leitner