„Wenn Worte leuchten!“ – Ani, Leitner und Schweiggert im Münchner Theaterzelt „Das Schloss“

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Sonntag, 11. Okt. 2009, 19 Uhr (Einlass: 18 Uhr)
Eintritt: 14,- €; ermäßigt: 12,- €; Schüler und Studenten: 10,- €
Veranstaltungsort:
Theaterzelt DAS SCHLOSS
Schwere-Reiter-Straße 15, 80637 München
Infos und Tickets: 089/1434080; 089/54818181 (München Ticket);  0180/11001200 (SZ Ticket)
Öffentliche Verkehrsmittel / MVV
Tram: Linie 20 und 21, Haltestelle Leonrodplatz
Linie 12 Haltestelle Leonrodplatz / Infanteriestraße
Bus: Linie 53 Haltestelle Leonrodplatz / Infanteriestraße
Parkmöglichkeiten:
Eigene Parkplätze für PKW und Busse.

Liebe Freundinnen und Freunde der Poesie,

auch im Namen von meinen Kollegen Friedrich Ani und Alfons Schweiggert möchte ich Sie für kommenden Sonntag um 19 Uhr herzlich zu unserem gemeinsamem Abend der lyrischen Lust ins Münchner Theaterzelt DAS SCHLOSS einladen. Ich würde mich freuen, Sie an diesem ganz besonderen Leseort begrüßen zu dürfen.

Mit Friedrich Ani verbindet mich seit Anfang der 80er eine Freundschaft. Ich habe ihn in einer Zeit kennengelernt, als er noch keine Kriminalromane schrieb, sondern ausschließlich Gedichte. Der Lyriker Friedrich Ani, das wird manche von Ihnen vielleicht überraschen, betrat schon lange vor dem Romancier Ani die literarische Bühne. Friedrich Ani und ich haben gerade zusammen die neueste Ausgabe der Zeitschrift „DAS GEDICHT“ herausgegeben. Die 17. Folge von DAS GEDICHT steht unter dem Thema „Fürchte dich nicht – spiele!“ und ist nach meinem Empfinden eine der spannendsten GEDICHT-Ausgaben überhaupt (hier zum Inhalt /Leseprobe). Die gemeinsame kreative Arbeit rund um das Thema „Angst“ hat uns beiden so viel Vergnügen bereitet, dass wir im Nachgang mehrere gemeinsame Veranstaltungen dazu machen und damit wieder an jene Zeiten anknüpfen, in denen wir als junge Autoren oft und gerne in ganz Deutschland zusammen unterwegs waren.

Das Thema unserer Ausgabe ist derzeit so aktuell, dass es uns geradezu unheimlich stimmt. Denn im neuen GEDICHT thematisiert u. a. ein erfahrener Schulleiter aus NRW, warum sich heute Lehrer vor ihren gewaltbereiten Schüler fürchten und der bayerische evangelische Landesbischof Dr. Johannes Friedrich hält ein Plädoyer für Zivilcourage. Und die Kinder selbst berichten darin in Versen von gewalttätigen Übergriffen ihrer Mitschüler …

Cover-DG17-blau-75dpiDAS GEDICHT 17 erscheint mitten im Krisenjahr 2009, zu einem Zeitpunkt, in dem viele andere lyrische Projekte von der Bildfläche zu verschwinden drohen, weil ihre Sponsoren kein Geld mehr haben. Es war immer mein Credo, DAS GEDICHT als eine Art „Publikumszeitschrift für Poesie“ zu betreiben, um es unabhängig von Subventionen überlebensfähig zu halten. Inzwischen hat sich die Lage im Buchhandel kleinen Verlagen gegenüber so drastisch verschärft, dass ich DAS GEDICHT mehr und mehr direkt vertreiben muss.

Nachdem ich jetzt länger ausgeholt habe, um darüber zu schreiben, was mich mit Friedrich Ani verbindet, schließe ich den Bogen, um Ihnen noch zu verraten, was Alfons Schweiggert und ich über das Gedichteschreiben hinaus gemeinsam haben: wir gehören zu den Münchner „Turmschreibern“. Alfons Schweiggert schon seit vielen Jahren, ich selbst seit kurzem (dazu gibt es auch einen eigenen Blogeintrag).

Abschließend weise ich Sie noch auf weitere Veranstaltungen von uns in der nächsten Zeit im Großraum München hin:

19. November 2009, 20 Uhr, Gauting (Kulturforum Don Bosco)
Gedichte vom Werden, Lieben und Vergehen mit Ani/Leitner/Bardola/Laar.

20. November 2009, 19:30 Uhr, Erding (Landkreisbibliothek, Aula Anne-Frank-Gymnasium) Lyriknacht mit Leitner/Steinherr.

1. Dezember 2009, 20 Uhr, München (GAPCafe • Bar • Restaurant)Ani/Bardola/Dobler/Leitner/Ostermaier & Co. präsentieren DAS GEDICHT 17: „Fürchte dich nicht – spiele!“

Ich würde freuen, Sie im Theaterzelt DAS SCHLOSS begrüßen zu dürfen.

Herzliche Grüße aus Weßling, das heute ein kräftiges Sonnenbad nimmt,
und bis bald,
Ihr Anton G. Leitner

Anton G. Leitner ist Turmschreiber

Liebe Leserinnen und Leser,

am Samstag, den 26. September 2009 haben mich die „Turmschreiber“ (München) einstimmig zu ihrem neuen Mitglied gewählt. Um die Mitgliedschaft bei den „Turmschreibern“ kann man sich nicht bewerben, sie erfolgt auf Einladung und Beschluss der Autorengilde.

Die Münchner Turmschreiber feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Zur Gruppe, deren Schutzpatron Karl Valentin ist, gehören u. a. die Autorinnen Asta Scheib und Petra Morsbach  sowie Herbert Rosendorfer, Fitgerald Kusz und Eugen Roth (1895–1976), aber auch streitbare Journalisten wie Hannes Burger und Kabarettisten (z. B. Christian Springer, alias “Fonsi”).

Weil ich bei meiner schriftstellerischen und editorischen Arbeit verstärkt zu einem „Wertekonservativismus“ sozialliberaler Prägung neige, der sich immer wieder mit meinem langjährigen Hang zur Renitenz paart, fühle ich mich bei den Münchner Turmschreibern gut aufgehoben und freue mich auf intensive Begegnungen mit meinen Turmschreiber-Kollegen, von denen ich viele ohnehin bereits seit vielen Jahren kenne.

Netzseite “Die Turmschreiber”
Netzseite “Freundeskreis der Turmschreiber”

Neue Ausgabe der Zeitschrift “Das Gedicht” erschienen: Mitherausgeber Friedrich Ani plädiert für mehr Mut in der Gesellschaft

P r e s s e e r k l ä r u n g

DAS GEDICHT Nr. 17

DAS GEDICHT Nr. 17

(Weßling) – Die buchstarke Jahresschrift “Das Gedicht” widmet ihre 17. Folge dem Thema Angst. Unter dem Motto “Fürchte dich nicht – spiele!” präsentieren die Herausgeber Friedrich Ani und Anton G. Leitner 99 Gedichte mit Mut zum Übermut.

77 Lyriker aus allen Generationen weisen poetische Wege aus der Furcht. Das Spektrum reicht vom fünfjährigen Yunus aus Berlin-Kreuzberg über den Münchner Lyrik-Debütanten Leander Beil (geboren 1992) bis zu Friederike Mayröcker (Jahrgang 1924). Die Wiener Grande Dame der Poesie besiegt ihre Todesangst in Versen: “Was für 1 Wunder, dasz ich lebe!”  Der ehemalige DDR-Regimekritiker Lutz Rathenow (Berlin) leistet Amok-Prävention. “Die Krise küsst uns glücklich”, dichtet er und stellt sich so der Rezession. Auch Franzobel, Helmut Krausser, Albert Ostermaier, Matthias Politycki und viele andere beleuchten in ihren neuen Gedichten die verschiedenen Facetten der Angst. Anja Tuckermann, Trägerin des Deutschen Jugendliteraturpreises, steuert ein Bonus-Kapitel mit Texten ganz junger Poeten (zwischen 5 und 11 Jahre) bei.

Friedrich Ani, Mitherausgeber von DAS GEDICHT Nr. 17

"Einbildung ist die Krankheit der Gegenwart" - Friedrich Ani (Mitherausgeber von DAS GEDICHT 17)

“Einbildung ist die Krankheit der Gegenwart”, diagnostiziert Friedrich Ani im Essayteil und stellt fest: “In Wahrheit schreckt uns nicht der Wecker aus dem Schlaf, sondern die Angst, der Tag könnte schneller sein als wir.” Ani und Leitner fragen Bayerns evangelischen Landesbischof Dr. Johannes Friedrich nach der Notwendigkeit von mehr “Zivilcourage”. Die aktuellen Gewalttaten von Jugendlichen in München-Solln und Ansbach zeigen die Brisanz dieser Thematik. Schulleiter Peter Borjans-Heuser sammelte lange Jahre praktische Erfahrungen in der Konfliktintervention mit aggressiven Teenagern. In seinem Aufsatz für die Zeitschrift “Das Gedicht” ergründet er, warum sich Lehrer heute vor ihren Schülern fürchten.

Als erfahrener Lyrikherausgeber kennt auch Anton G. Leitner existenzielle Ängste. Seit 17 Jahren trotzt er der zunehmenden Kommerzialisierung in der Buchbranche. “Wer nichts wagt, gewinnt nichts, im realen Leben wie in der Poesie”, lautet bis heute sein Credo.

Inhaltsverzeichnis und Editorial / Leseprobe

(Das Gedicht Nr. 17 / 2009/2010: “Fürchte dich nicht – spiele!”, herausgegeben von Friedrich Ani und Anton G. Leitner, Anton G. Leitner Verlag, Weßling 2009, 165 Seiten, 12,- Euro, ISBN 978-3-929433-69-2; Internet: www.DasGedicht.de und www.AntonLeitner.de)

Fürchte dich nicht – spiele! DAS GEDICHT 17 von Friedrich Ani und Anton G. Leitner ist erschienen.

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Weßling, den 17. September 2009

Liebe Leserinnen und Leser,

jemandem wie mir, der sein Leben der Lyrik verschrieben hat, kann es schon angst und bange werden bei den vielen schlechten Nachrichten, leider auch für uns Büchermenschen: Das „Jahrbuch der Lyrik“ ist in Nöten, weil es der S. Fischer Verlag nicht länger machen will. Vermutlich scheut man dort das finanzielle Risiko. Außerdem, so liest man, könnte der Schweizer Lyrikverleger Urs Engeler nicht in der bisherigen Art und Weise weiterarbeiten, da sein Mäzen kein Geld mehr zuschießen könne. Und während kookbooks-Verlegerin Daniela Seel noch um Hilfe ruft und aller Orten verkündet, dass die Kunst Mäzene braucht, kündigt Verlegerkollege Ammann aus Zürich an, im Sommer 2010 das Handtuch zu werfen. Die Zeitschrift „Literaturen“ soll künftig nur noch zweimonatlich erscheinen.

Die gegenwärtige „Marktsituation“ für Lyrik bzw. anspruchsvolle Prosa im Buchhandel beschreibt die erfahrene Cheflektorin eines großen deutschen Verlages derzeit als „geradezu hermetisch“.

„Wenn es so weiter geht, bist Du mit DAS GEDICHT bald allein auf weiter Flur“, mailt mir dieser Tage ein Journalist und wünscht „viel Glück für die Zukunft“. Natürlich könnte ich jetzt darüber räsonieren, warum es ausgerechnet im „Land der Dichter und Denker“ so weit kommen konnte.

Und ich würde mich dabei zweifellos erregen über jene maßlose Gier der großen und kleinen Spekulanten, die alle davon geträumt haben, das (virtuelle) Geld für sich arbeiten zu lassen, anstatt selber ranzuklotzen. Ich würde mich ärgern über unsere überforderten Volksvertreter in den Aufsichtsgremien, allesamt gewieft und hellwach, wenn es um den Erhalt der eigenen Macht geht, aber seltsam verschlafen und gutgläubig bei der Ausübung ihrer Kontrollpflichten. Aber ich muss die Situation konstruktiv meistern. Zorn hilft mir nicht viel weiter.

Unter diesen schwierigen Umständen ist es mit dem Glückwünschen allein auch nicht getan. Ich selbst habe in diesem Jahr wirklich alles getan, was ich tun konnte, um die neue GEDICHT-Ausgabe Nr. 17 mit mehr Gedichten denn je präsentieren zu können. Und mit mir tat es der „engste Kreis“: Meine Mitarbeiterin Gabriele Trinckler, die seit nunmehr 10 Jahren bei mir beschäftigt ist, meine Frau Felizitas, mein alter Freund und literarischer Weggefährte Friedrich Ani, dem ich zum ersten Mal vor fast 30 Jahren begegnet bin. Er war damals noch als Lokalreporter für eine Münchner Tageszeitung unterwegs, aber seine eigentliche Liebe galt der Lyrik, die er eifrig verfasste und bei jeder Gelegenheit verteidigte (die Lyrik war bei ihm lange vor den Krimis da). Ani nahm seinerzeit meinen ersten öffentlichen Auftritt kritisch unter die Lupe, was zu einem streitbaren, aber überaus fruchtbaren Dialog zwischen uns führte, der bis heute andauert.

„Dichte, denn die Welt ist leck“, hieß unserer erstes gemeinsames Lyrikprojekt, das wir Mitte der 80er-Jahre realisierten – und noch heute veranlasst uns dieser mottohafte Titel bisweilen zu scherzhaften Wortspielen wie „Leck mich, denn die Welt ist dicht“. Viel hat sich seitdem getan. Wir sind der Lyrik treu geblieben. Friedrich Ani ist heute ein international bekannter Schriftsteller. Seine Figuren, die Kriminalkommissare Tabor Süden oder Polonius Fischer zum Beispiel, begegnen uns im Fernsehen oder Kino. Sie haben, wie Ex-Mönch Polonius Fischer, einen unverkennbaren Hang zum Philosophischen und Poetischen, und – was Wunder – auch zur Musik von Bob Dylan. Ihr Erfinder Friedrich Ani beherrscht die Poesie des Verschwindens wie kaum ein anderer. Und er besitzt ein feines Gespür für all das, was uns in Deutschland Angst machen kann oder könnte: „German Angst“ heißt eines seiner bekanntesten Bücher.

Als wir im Juni 2008 beschlossen, gemeinsam eine GEDICHT-Nummer herauszugeben, waren wir uns relativ schnell über das Thema einig: Angst. Dies mag vielleicht ein wenig überraschen, denn seinerzeit sprach kaum jemand von einer Rezession oder gar Weltwirtschaftskrise. Dabei gab es alarmierende Signale: In den USA waren die ersten Banken und Versicherungen ins Straucheln geraten. Aber die US-Administration beschwichtigte, betätigte ihre Geldpumpen, woraufhin bei den globalen Lehmann-Brüdern & Consorten wieder die Champagnerkorken knallten – und selbst die Berater unserer heimischen Sparkassen und Banken durften einmal mehr auf Kosten ihrer Kunden an der New Yorker Pulle nippen. Fast schien es uns so, als ob immer mehr junge Menschen versuchten, sich der rauschhaften Gier jener omnipotenten Nadelstreifenkaste durch Flucht zu entziehen: Sei es, dass sie in virtuelle Chatrooms fliehen oder in Computerspiele, Alkohol, Gewalt und sexuelle Exzesse. Trübe Aussichten: Die jüngste Generation betäubt sich mangels Zukunftsperspektiven, während man die Ältesten im Minutentakt pflegt, damit kontingentierte Budgets nicht überschritten werden. Derweil versuchen andere schon, sich mit Sprengstoff ins Paradies zu bomben. All das erinnert durchaus an spätrömische Tänze auf dem Vulkan und konnte schon immer für einen unruhigen Schlaf sorgen oder sich in unserer Einbildung zu einer überlebensgroßen Angst steigern.

Nun wollten Friedrich Ani und ich aber keine „Geisterbahn der Lyrik“ einrichten. Auch wenn die ganze Bandbreite der Furcht – möglichst anhand von Gedichten – lyrisch aufgezeigt werden sollte: Es ging uns vor allem darum, Verse zu präsentieren, die etwas riskieren, Lyrik mit dem Mut zum Übermut und Sprachspiel, poetische Aufbrüche zum Lebendigsein.

„Fürchte dich nicht – spiele!“ wählten wir als Motto für die Ausgabe und setzten mit 99 Gedichten (überwiegend Originalbeiträge) von 77 zeitgenössichen Autoren aus dem ganzen deutschen Sprachraum einen deutlichen Schwerpunkt auf den Lyrikteil. Unsere Auswahl haben wir generationsübergreifend getroffen. Das Spektrum reicht vom fünfjährigen Yunus aus Berlin-Kreuzberg über Jungautor Leander Beil (geboren 1992), der hier als Lyriker debütiert, bis zur Wiener Übermutter der deutschsprachigen Poesie, Friederike Mayröcker (Jahrgang 1924). Im Essayteil wollen wir die verschiedenen Facetten der Angst sowohl aus der Sicht von Poeten (vgl. Nicola Bardola: „Verse im sinnlichen Spiel mit dem Tod“), als auch aus der Perspektive eines engagierten Theologen, eines erfahrenen Pädagogen und eines international renommierten Klangkünstlers beleuchten.

Selbstverständlich verfolgen wir für DAS GEDICHT auch weiterhin die laufende Lyrikproduktion deutschsprachiger Verlage kritisch. Gedichtbände, insbesondere von neuen Autoren, sind im Krisenjahr 2009 fast vollständig aus den Programmen der großen Häuser verschwunden. Da derzeit auch viele kleine Verlage um ihr Überleben kämpfen, sind 2009 insgesamt deutlich weniger Lyriktitel erschienen als in den Vorjahren. Wir werden Ihnen in der kommenden GEDICHT-Folge Nr. 18 besonders interessante und nachhaltige Lyriknovitäten aus dem Erscheinungszeitraum 2009/2010 vorstellen.

Besonders hinweisen möchte ich Sie in diesem Zusammenhang schon auf die neue, mutige Lyrikreihe „für neugierige Kinder“, die der Kölner Boje-Verlag gestartet hat. Sie ist auch in der vorliegenden GEDICHT-Folge angezeigt. Soweit mir die schwierigen Zeitumstände die nötige Zeit dafür lassen, werde ich Sie an dieser Stelle über zwischendurch immer wieder über wichtige Entwicklungen aus dem lyrischen Betrieb auf dem Laufenden halten.

Bei allem berechtigten Anlass zur Sorge beglückt es mich, dass ich ausgerechnet in diesem von Krisen erschütterten Jahr 2009, das mich nahezu ununterbrochen auf Trab hält, ungewöhnlich viele Projekte realisieren konnte.

Die Gesundheitsausgabe Nr. 16 von DAS GEDICHT bekam eine Reihe von guten Kritiken, was dazu führte, dass sie bereits 3 Monate nach dem Erscheinen ausverkauft war. Um die Ausgabe weiterhin lieferbar zu halten, ließ ich im Januar 1000 Exemplare davon nachdrucken, was angesichts der aufwändigen Ausstattung (Vierfarbendruck) ein teures Vergnügen wurde.

Im Frühjahr 2009 erschien im Deutschen Taschenbuch Verlag meine Anthologie „Ein Nilpferd schlummerte im Sand. Gedichte für Tierfreunde“, die ich zusammen mit Gabriele Trinckler edierte. Kein Geringerer als Reinhard Michl illustrierte die Sammlung. Im Juni 2009 schließlich startete im Deutschen Taschenbuch Verlag meine Serie „lyrik“, die nach dem Prinzip „vom Einfacheren zum Schwierigen“ insbesondere junge Leserinnen und Leser an Lyrik heranführen soll. Die Bände heißen „power“, „relax“ und „smile“, sind farbenfroh gestaltet und preisgünstig. Und besonders freue ich mich darüber, dass Reclam meine Lieblingsanthologie Feuer, Wasser, Luft & Erde. Die Poesie der Elemente“, die erstmals 2003 in Reclams Universalbibliothek erschienen war, 6 Jahre später, im August 2009, noch einmal aufgelegt hat, dieses Mal sogar in bibliophiler Ausstattung (Hardcover mit Schutzumschlag).

Dies alles sind kleine Lichtstreifen am Horizont und sie ermutigen mich, weiterhin alle geistigen und materiellen Mittel, über die ich verfüge, einzusetzen, um die Zeitschrift DAS GEDICHT als unabhängiges und plurales Organ für die deutschsprachige Lyrik zu erhalten. Sie steht im Zentrum meiner Arbeit als Verleger und Herausgeber und ist ein direkter Draht zu den Lesern und Autoren von Gedichten. Allen, die mich dabei unterstützen, insbesondere unseren Abonnentinnen und Abonnenten, danke ich auch an dieser Stelle ganz herzlich dafür.

Ich möchte Sie bei dieser Gelegenheit noch auf zwei Präsentationsveranstaltungen zur neuen GEDICHT-Ausgabe Nr. 17 einladen:

Am Dienstag, den 10. November 2009 lese ich um 19 Uhr in Wien zusammen mit Friedrich Ani, Alex Dreppec, Gerhard Rühm und Mario Wirz in der Alten Schmiede (Kunstverein Wien, Literarisches Quartier, Schönlaterngasse 9) aus „Fürchte dich nicht – spiele!“ und diskutiere mit Kollegen und Publikum über unsere Arbeit.

Am Dienstag, 1. Dezember 2009, lese ich um 20 Uhr in München zusammen mit Friedrich Ani, Nicola Bardola und anderen im GAP (Cafe / Bar / Restaurant, Goethestr. 34, 80336 München) aus „Fürchte dich nicht – spiele!“. Unter der Moderation von Nicola Bardola diskutieren Friedrich Ani und ich über die Arbeit an der gemeinsamen GEDICHT-Ausgabe. Und selbstverständlich lesen wir aus der Ausgabe, zusammen mit unseren Autorenkollegen. Und feiern im Anschluss.

Herzlichen Grüße,
und bis bald,
Ihr ANTON G. LEITNER

Eigentor eines Kritikers: Oh mei, oh mei!


Liebe Besucherinnen und Besucher,

 dass Kritiken, insbesondere über Lyriktitel, in Tageszeitungen immer kürzer werden, ist ein an sich trauriger Befund. Aber in der Kürze kann durchaus Würze liegen, wie es viele gelungene Gedichte und auch manche Kurzkritiken beweisen. Allerdings kann es auch anders kommen.

 Vor einigen Tagen flatterte mir der Beleg einer Buchbesprechung aus dem Münchner Merkur vom 10. August 2009 ins Haus, hinter der sich ein Rezensent mit dem Kürzel „mei“ versteckt. Dass dieser Kritiker tatsächlich allen Grund hat, seinen Namen zu verschleiern, habe ich nach der Lektüre seiner 23 Zeilen zu meinen drei kleinen dtv-Anthologien „smile“, relax“ und „power“ begriffen. Denn Herr oder Frau „mei“ − fast wäre ich versucht, ihn oder sie auf gut bayerisch „Oh mei Oh mei“ zu nennen, was auf Hochdeutsch ungefähr „um Himmels willen“ bedeuten würde − zeigt, dass es heute tatsächlich möglich ist, im Feuilleton einer auflagenstarken Regionalzeitung über etwas zu schreiben, von dem man offensichtlich nicht allzu viel versteht.

 Zunächst mokiert sich „mei“ über die englischen Buchtitel „power“, „relax“ und „smile“, die „wenig“ erwarten ließen. Das Wenige auch noch zu unterbieten, sei mir als Herausgeber gelungen. Denn: „Die Bände wimmeln nur von Originalbeiträgen unbekannter, zweitklassiger Lyriker, deren Texte ohne Leitner nie gedruckt worden wären“, behauptet „mei“, selbstverständlich, ohne seine Behauptungen mit Namen zu unterfüttern. Lediglich einen bekannten Namen hat Lyrikexperte „mei“ unter all den „zweitklassigen Autoren“ ausfindig gemacht: Josef Hader: „Pro Band ein unveröffentlichtes, sprachlich und gedanklich brillantes Gedicht des Wiener Kabarettisten Josef Hader, das aber das Kraut auch nicht mehr fett macht“. Spätestens jetzt hat sich unser Rezensent selbst ein Bein gestellt, denn einer der wenigen (noch) unbekannten Lyriker in allen drei Sammlungen ist ausgerechnet Josef Hader, der dichtende Cousin des großen österreichischen Kabarettisten mit gleichem Vor- und Nachnamen. Ohne Zweifel: Es hat was, wenn ein Kritiker seine eigene These, nämlich unbekannte Lyriker könnten keine guten Gedichte schreiben und sollten deshalb am besten unbekannt bleiben, gleich selbst widerlegt, in ein und dem selben Artikel! (Un-)kritisches Eigentor oder kabarettistisches Kabinettsstückchen im weiß-blauen Sommerloch, nach dem Motto: liest eh keiner?

 Ansonsten empfehle ich Herrn oder Frau „mei“ für zukünftige Lyrikkritiken im Münchner Merkur als allgemein- und besonders bildende Lektüre höchstvorsorglich Prof. Karl Otto Conrady’s Standardwerk „Der große Conrady. Das Buch deutscher Gedichte“, erschienen bei Artemis & Winkler in Düsseldorf. Da finden sich nämlich viele der „zweitklassigen Lyriker“, allerdings nicht mit Originalbeiträgen. Aber auch die vielleicht kostengünstigere Möglichkeit der Internetrecherche könnte sich anbieten, um mehr über die Autorinnen und Autoren von „power“, „relax“ und „smile“ mit Originalbeiträgen zu erfahren, darunter Friedrich Ani, Ulrich Johannes Beil, Manfred Chobot, Alex Dreppec, Tanja Dückers, Wolfgang Hermann, Semier Insayif, Fitzgerald Kusz, Axel Kutsch, Augusta Laar, Christine Langer, Theres Lehn, Werner Lutz, Arne Rautenberg, Walle Sayer, Ludwig Steinherr, Rainer Stolz, Suleman Taufiq, Jan Wagner, Tiger Willi, Lino Wirag, Siegfried Völlger oder Frantz Wittkamp. Und einem Lyrikrezensenten sollten doch eigentlich auch die Namen der restlichen Autoren geläufig sein: Bas Böttcher, Nora Bossong, Beat Brechbühl, Lydia Daher, Wiglaf Droste, Fritz Eckenga, Hans Magnus Enzensberger, Robert Gernhardt, Jürg Halter, Andrea Heuser, Helmut Krausser, Björn Kuhligk, Johannes Kühn, Paul Maar, Kurt Marti, Hellmuth Opitz, Albert Ostermaier, Dirk von Petersdorff, Matthias Politycki, Lutz Rathenow, Gerhard Ruiss, Joachim Sartorius, Michael Schönen, Xochil A. Schütz, Ron Winkler, Mario Wirz und viele mehr …

 Dass solche feuilletonistischen Ausrutscher aber erfreulicherweise eher die Ausnahme sind und man in der Regel Gedichte bzw. Lyriksammlungen anders kritisiert, zeigt beispielsweise der Beitrag von Hans Jansen zu „smile“ in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) vom Samstag, den 8. August 2009.

Schon seit langem greift Hans Jansen für die Wochenendausgabe der WAZ aus einer aktuellen lyrischen Neuerscheinung einen Text heraus, interpretiert ihn kundig und kritisiert begleitend nicht selten auch den Band, aus dem er stammt. „Gedicht der Woche“ heißt seine vierspaltige Rubrik, die eigentlich für alle anderen Tageszeitungen im deutschen Sprachraum, auch für den Münchner Merkur, ein nachahmenswertes Vorbild sein müsste. Jansen hat sich aus „smile“ Gernhards Gedicht „Kant“ zur Interpretation ausgesucht.

„smile“, so Hans Jansen in der WAZ, ist „eine kleine Anthologie mit heiteren Versen, die eine gehörige Portion Humor bergen und selbst dem notorischen Griesgram ein Lächeln auf die Lippen zaubern“.

 Mit diesen erfreulichen Zeilen melde ich mich heute
mit einem Augenzwinkern von meinem Blog ab,
nicht ohne Sie dabei herzlich aus Weßling zu grüßen.
Besuchen Sie mich wieder!
Bis bald also,
Ihr Anton G. Leitner

Meine Anthologie “Feuer, Wasser, Luft & Erde” jetzt als Hardcover bei Reclam

Neues Cover der Anthologie "Feuer, Wasser, Luft & Erde" bei Reclam

Anton G. Leitner (Hrsg.): "Feuer, Wasser, Luft & Erde". Reclam 2009 (Hardcover-Neuausgabe)

Liebe Besucherinnen und Besucher,

es hat ein wenig gedauert, bis ich mich an dieser Stelle wieder bei Ihnen melden konnte. Mein Abtauchen im Blog  hatte nicht etwa den Grund, dass ich mir eine Fernreise auf die Malediven gegönnt hätte, sondern dass ich insbesondere in meiner Tätigkeit als Herausgeber und Lyrikvermittler im Juli soviel gefragt war, dass ich bis heute schlichtweg nicht die Zeit gefunden habe, Sie auf dem Laufenden Stand über meine Aktivitäten zu halten.

Wieviel ich in den vergangenen Monaten gearbeitet habe, lässt sich recht anschaulich  an meinen neuen Herausgaben ersehen: Im Dezember 2008 erschien bei dtv meine Anthologie “Gedichte für Nachtmenschen” (in Zusammenarbeit mit Gabriele Trinckler), im April 2009 folgte dort die Sammlung “Ein Nilpferd schlummerte im Sand” (ebensfalls gemeinsam ediert mit Gabriele Trinckler) mit Gedichten “für Tierfreunde”, die kein Geringerer als Reinhard Michl illustriert hat.  Im Juni 2009 schließlich startete bei dtv meine Serie “dtv lyrik” mit den Bänden “power”, relax” und “smile”. Und nachdem alle fünf  Titel bei den Leserinnen und Lesern sowie bei der Kritik so gut  ankommen,  wie es sich der Verlag und ich gewünscht haben, kann ich heute erneut eine frohe Kunde verbreiten, dieses Mal meine langjährige Zusammenarbeit mit dem Hause Philipp Reclam jun. betreffend.

Von den über 30 Lyriksammlungen, die ich bislang ediert habe, liegt mir eine ganz besonders am Herzen: Meine erstmals im Jahre 2003 in Reclams Universalbibliothek erschienene Anthologie “Feuer, Wasser, Luft & Erde. Die Poesie der Elemente”.  Es war mein erstes Buch bei Philipp Reclam jun., mit dem ich mir einen persönlichen Schülertraum erfüllte: Autor und Herausgeber in der UB-Kultreihe von Reclam zu werden.

Die umfangreiche Sammlung erntete großes Lob bei der Kritik, so schrieb beispielsweise der von mir sehr geschätzte Autorenkollege und Literaturwissenschaftler Hanns-Josef Ortheil in der Berliner Tageszeitung DIE WELT darüber: “Anton G. Leitner stellt Höhepunkte deutscher Lyrik so geschickt neben ganz neue oder noch unbekannte Gedichte, dass man zunächst einmal von Gipfel zu Gipfel hüpft, plötzlich aber auch das Geheimnishafte der Täler und Aufstiege erkennt.” Zu den neu entdeckten Autoren zählte damals übrigens auch Nico Bleutge (geboren 1972), der in “Feuer, Wasser, Luft & Erde” gewissermaßen als Lyriker debütierte und heute zu den wichtigsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Lyrik gezählt wird.

Nachdem die ersten 10.000 Exemplare meiner Sammlung in der Universalbibliothek verkauft waren, hat sich der Reclam-Verlag entschlossen, sie nunmehr zum Hardcover “aufzuwerten”. Seit gestern liegt die jetzt wirklich prächtig ausgestattet Elemente-Anthologie als Neuausgabe auf meinem Schreibtisch und ich freue mich jedes mal wieder, wenn ich sie zur Hand nehme. Mit 10 Euro ist der Preis für “Feuer, Wasser, Luft & Erde” wirklich demokratisch ausgefallen und ich bin sicher nicht der Einzige, der bereits Exemplare in Stuttgart nachgeordert hat. Besonders edel wirkt das kleine, handliche Format der Sammlung in Verbindung mit der Fadenheftung.

Übrigens beginnt auch dtv damit, einzelne meiner dort erschienenen Bücher als Hardcover neu herauszubringen: Im kommenden Frühjahr erscheint im dtv mein bereits als Taschenbuch-Originalausgabe sehr erfolgreicher “Garten der Poesie” wieder, dieses Mal gebunden mit Schutzumschlag …

Das sind doch alles sehr erfreuliche Zeichen, die darauf  hindeuten, dass die Zeiten für Lyrik gar nicht ganz so schlecht sind, wie uns manche Leute gerne glauben lassen möchten. Wenn das Konzept der “Vermittlung” stimmt, findet gute Lyrik beispielsweise über sorgfältig zusammengestellte Anthologien immer ihren Weg zu den Leserinnen und Lesern.

Ansonsten arbeite ich gerade zusammen mit meinem Mitherausgeber Friedrich Ani und Gabriele Trinckler intensiv an der neuen Ausgabe Nr. 17 von DAS GEDICHT, die im Laufe des Septembers erscheinen wird. “Fürchte dich nicht –  spiele!”, ist sie betitelt und sie verspricht, nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit Friedrich Ani, eine besonders spannende Ausgabe zu werden.

Sobald ich ein freies Zeitfenster finde, melde ich mich wieder bei Ihnen. Für heute grüße ich Sie herzlich aus Weßling und feiere hier noch ein wenig mit meiner Frau Felizitas ihren Geburtstag.

Bis bald also,
Ihr Anton G. Leitner