Presse-Echo auf DAS GEDICHT Nr. 16

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Liebe Leserinnen und Leser,  

2008 ist ein verflixtes Jahr. Schon seit Tagen will ich Sie über aktuelle Ereignisse informieren, aber wir hatten eine Woche lang Zimmerleute auf dem Dach, weil es bei uns zu Hause hereingeregnet hat (vgl. Spitzweg „Der arme Poet” …). Seit heute Mittag heißt es endlich „Dach dicht” und deshalb kann der Dichter wieder in die Tasten greifen.

DAS GEDICHT 16 („Gefühlter Puls – rezeptfreie Gedichte”) stößt auf eine große Resonanz in den Medien, die mich natürlich sehr freut.

 Zuerst reagierte der Kölner Stadt-Anzeiger („Die Aufgabe, eine Sprachform zu finden fürs Empfinden rund um Krankheit, erfordert behutsames Abtasten von Patient und Wortschatz.”), danach folgte am 27. Oktober 2008 das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.), deren Kritik auch online steht.

Gleichzeitig publizierte die Nachrichtenagentur ddp ein Feature zu unseren rezeptfreien Gedichten, das Sie z. B. hier nachlesen können.

Am Montag, den 3.11.2008 widmete uns die Tageszeitung Die Welt einen vierspaltigen Artikel auf Seite 1, der auch online publiziert ist.  

Die Münchner Internet-Bloggerin Aveleen Avide kennen Sie vielleicht bereits, weil sie im Januar 2008 eine vierteilige Fotodokumentation zur 15 Jahresfeier von DAS GEDICHT im Literaturhaus München ins Netz stellte. Kurz vor der Frankfurter Buchmesse hat sie ein ausführliches Interview mit mir geführt, das Sie hier lesen können. 

 Und wenn Sie sich meine neue Chrismon-Anthologie „Ohne dich bin ich nicht ich. Poesie in jeder Beziehung” besorgen möchten, können Sie dies z. B. über den Chrismon-Shop tun.

 Jetzt habe ich Ihnen eine Menge aktuelle Querverweise ins Netz gestellt. Sobald es meine Zeit zulässt, melde ich mich wieder.

 Einstweilen herzliche Grüße
aus Weßling
und bis bald
Ihr Anton G. Leitner

Frankfurter Buchmesse 2008

Buchpremiere mit Anton G. Leitner

Samstag, 18. Oktober 2008, 17 Uhr
Stand der edition Chrismon (Halle 3.1, Stand G. 137)

Am Samstag, den 18. Oktober 2008 präsentiert Anton G. Leitner seinen neuen Lyrik-Sammelband „Ohne dich bin ich nicht ich – Poesie in jeder Beziehung“ im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Die Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr am Stand der edition chrismon (Halle 3.1, Stand G 137). Zusammen mit Chrismon-Chefredakteur Arnd Brummer liest Leitner aus dem Buch. Mit musikalischer Begleitung.

In seiner dritten Anthologie für die edition chrismon versammelt Anton G. Leitner mehr als 100 Gedichte über Freundschaft, Liebe, Streit und Versöhnung aus den verschiedensten Epochen und Kulturkreisen. Der poetische Bogen spannt sich von der griechischen Lyrikerin Sappho, die um 600 vor Christus lebte, bis zur 1980 geborenen Songpoetin Lydia Daher.

Die Poesie spiegelt schon immer den Facettenreichtum zwischenmenschlicher Beziehungen. Oft sind es Kleinigkeiten, die uns miteinander verbinden: „Mit wem ich zusammen rauchte / der blieb mir nicht fremd“, dichtet Eva Strittmatter. Kleinlichkeiten sind es aber auch, die uns entzweien können. Bei Wilhelm Busch beendet eine Birne die Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen: „Die Käthe hat den Fritz geküßt, / worauf sie eine Birne ißt. / Seit dies geschah, ist Ferdinand / mit Fritz nicht mehr so gut bekannt.“

Am Ende aber siegen Liebe und Freundschaft über Zank oder Groll. Denn wer an den Liebesbanden rüttelt, bemerkt mit Friedrich Rückert, „wie fest sie sind“.

(„Ohne dich bin ich nicht ich. Poesie in jeder Beziehung.“ Herausgegeben von Anton G. Leitner, edition chrismon / Hansisches Druck- und Verlagshaus, Oktober 2008. 176 Seiten, Leinen mit Prägeetikett, Lesebändchen, 13 cm x 18 cm, 18,- Euro (D), ISBN 978-3-938704-70-7)

Chrismon-Chefredakteur Arnd Brummer im Gespräch mit Anton G. Leitner

Chrismon-Chefredakteur Arnd Brummer im Gespräch mit Anton G. Leitner (v. l. n. r.)

Von der Heilkraft der Poesie: Zeitschrift „Das Gedicht“ mit rezeptfreier Lyrik

Presseerklärung:

(Weßling) – Die buchstarke Jahresschrift „Das Gedicht“ widmet ihre soeben erschienene 16. Folge dem Thema Gesundheit. Mit der Wahl des Sujets haben die Herausgeber Anton G. Leitner und Markus Bundi Neuland betreten, da es bislang kein vergleichbares Anthologieprojekt gab. Viele Beiträge wurden eigens für diese Ausgabe verfasst oder sind Erstveröffentlichungen.

60 namhafte Schriftsteller aller Altersstufen, darunter Karl Otto Conrady, Ulrike Draesner, Helmut Krausser und Matthias Politycki, berichten in Gedichten und Essays über Krankheit und Genesung. Dabei lassen sie keine lyrische Diagnose aus: Das Spektrum reicht von Husten, Schnupfen, Heiserkeit über Herz- und Kreislauferkrankungen bis hin zu Schlafstörungen und Depressionen. „Was nützte mir der ganzen Erde Geld / kein kranker Mensch genießt die Welt“ dichtete einst Goethe. Heute verordnen Lyriker „Texttropfen“ gegen Krankheiten.

Mehrere Aufsätze diskutieren die Heilkraft der Poesie. So erläutert ZEIT-Kritiker Rolf-Bernhard Essig in seinem Essay „Körpertreffer“ die psychischen und physischen Wirkungen der Lyrik. Bestseller-Autor Maximilian Dorner (www.maxdorner.de), selbst an MS erkrankt, berichtet darüber, wie „unpraktisch“ eine Behinderung für Künstler sein kann. Der Psychoanalytiker Markus Fäh, Dozent am Freud-Institut-Zürich, liefert eine praktische „Anleitung zur Überwindung des inneren Schweinehunds“. Außerdem sprechen die Herausgeber mit der niedergelassen Allgemeinmedizinerin Dr. med. Felizitas Leitner (www.felizitas-leitner.de) über Einsatz und Wirkungsweise von Gedichten in der ärztlichen Praxis und untersuchen mit Kritiker Nico Bleutge die wichtigsten lyrischen Neuerscheinungen aus den Jahren 2006 bis 2008.

Die beiden Herausgeber wollten nicht nur lyrische Krankheitsbeschreibungen, d. h. diagnostische Poesie, präsentieren, sondern insbesondere solche Gedichte, die Heilungsprozesse aktiv anregen und begleiten können. „Während Erich Kästner seine lyrische Hausapotheke mehr von der humorvollen Seite aufgezogen hat, interessierte uns vor allem die tatsächliche Möglichkeit, Gedichte als Therapiemittel einzusetzen“, so Anton G. Leitner. Denn „zwischen Krankheit und Gedichtlektüre gibt es deutliche Parallelen: Beide verlangen intensive Zuwendung und meinen uns persönlich“, wie der Schweizer Mitherausgeber Markus Bundi ergänzt.

(Das Gedicht Nr. 16 / Oktober 2008: „Gefühlter Puls – rezeptfreie Gedichte“, herausgegeben von Anton G. Leitner und Markus Bundi, Anton G. Leitner Verlag, Weßling, 167 Seiten, 12,- Euro (D), ISBN 978-3-929433-68-5; Internet: www.dasgedicht.de)

Kritische Randbemerkungen zu einer Kritik

Liebe Besucherinnen und Besucher,

ausgerechnet am Morgen des Faschingssonntag, während draußen die Sonne strahlt und meine Frau in der Gilchinger Bereitschaftspraxis ärztlichen Notdienst leistet, sitze ich in meiner Weßlinger „Schreibstube“ und mache mir Gedanken über einen seltsamen Artikel, der am 24. Januar in der Tageszeitung Die Welt erschienen ist (Rubrik „Deutsche Momente“): Jenes Berliner Organ entsandte nämlich offenbar eine im wahrsten Sinne des Wortes „nüchterne“ Journalistin nach München zu unserem „Fest der Liebespoesie“. Ihr knurrender Magen, so fürchte ich, hat sich sogar bis hinein in ihren Bericht artikuliert.

An besagtem Abend war nämlich eine Reporterin, völlig außer Atem und offensichtlich mit einem Bärenhunger („ich bin seit 8 Uhr morgens nüchtern!“), so spät zum Fest erschienen, dass schon alle Freicoupons für Getränke und Essen ausgegeben waren. Zwar konnten wir für die Frau noch entsprechende Gutscheine organisieren, aber für das leibliche Wohl der Gäste wurde erst eine Stunde später, in der Pause, gesorgt. Nun sind 60 Minuten Liebespoesie auf nüchternen Magen sicherlich nicht für jeden Organismus leicht zu verdauen, und wenn im Inneren Kalorienarmut herrscht, fällt auch der Orgasmus im Kopf aus: „Der Anflug von geistiger An- oder gar Erregung stellt sich kaum ein, weder vor Alkohol und Teigtaschen“, schreibt die Welt-Kritikerin ein wenig „angefressen“.

Vielleicht trübt Heißhunger sogar bisweilen auch das Seh- und Hörvermögen. Jedenfalls sieht jene Reporterin nur noch schwarz-weiß, d. h. ausschließlich alte Leute mit Zottelhaaren um sich herum sitzen: „Ergraut ist es, das Publikum, kein Haar gefärbt, kaum eins gestutzt“. Abgesehen davon, dass die erzkonservative Welt in den vergangenen Jahrzehnten nicht gerade als Teenager-Blatt für Schlagzeilen gesorgt hat, und auch abgesehen von der hier zu Tage tretenden, geradezu bieder-spießigen Einstellung, dass ältere Menschen besser nichts mit Erotik am Hut haben sollten, frage ich mich ernsthaft, ob diese Journalistin und ich in derselben Veranstaltung saßen. Wenn ich allein an die vielen bildschönen, reifen Frauen, aber auch an die jungen Autorinnen denke, die mir an diesem Abend begegnet sind … Selbst der für seine brillante Vortragskunst weithin bekannte Münchner Altphilologe und Universalerotiker Prof. Niklas Holzberg kommt in dieser Nacht nicht bei der Welt an: „Ausgerechnet antike Liebeslyrik leidet unter der hüftsteifen Anzüglichkeit des Vortrags“.

Und auch das Geburtstagskind selbst, unsere Zeitschrift DAS GEDICHT, hat jene Kritikerin offensichtlich nicht oft in der Hand gehabt hat. Denn während nicht wenige ihrer Kollegen die Aktualität unserer Themen diskutieren, hält die Frau von der Welt unser Lyrikkompendium für „ein Träumerblatt“, das seit „1993 gänzlich ohne Zeitbezug und nahezu ohne Layout“ auskomme, aber letztendlich wegen seiner „Abmischung“ doch „einzigartig“ sei.

Ich fürchte, die Gute liest die eigene Zeitung nicht, denn es scheint ihr entgangen zu sein, dass Die Welt immer wieder einmal Gedichte aus DAS GEDICHT nachdruckte, sogar auf einer ganzen Zeitungsseite, als Papst Johannes Paul II ein Jugendgedicht in unserem Religions-Special publizierte (was Die Welt damals übrigens zunächst ohne deutlich erkennbaren Quellenverweis tat, fast so, als hätte sie den Dichter im Papst entdeckt). Die Religionsausgabe von DAS GEDICHT (Nr. 9) erschien – ohne Zeitbezug? – wenige Tage vor dem schicksalsträchtigen 11. September 2001, und diskutierte als eines der ersten Organe, noch vor den meisten Feuilletons, das Wiedererstarken der Religionen und die möglichen Auswirkungen auf die Literatur / Lyrik der Gegenwart.

Zuvor hatte bereits DAS GEDICHT Nr. 7 (Herbst 1999) mit seiner „Liste der Jahrhundertdichter“ den Grundstein für alle späteren Kanon-Debatten in den Feuilletons gelegt. Und die Jubiläumsausgabe Nr. 10 formulierte im Frühjahr 2002 unter dem Motto „Politik und Poesie. Gedichte gegen Gewalt“ ein klares NEIN der internationalen Dichter zu den bevorstehenden kriegerischen Auseinandersetzungen in Afghanistan und Irak (wobei sich neben Autoren wie Günter Grass und Hans Magnus Enzensberger auch Lyriker aus den USA, aus Großbritannien, aus Afghanistan und dem Irak beteiligten).

Der langen Rede kurzer Sinn: Liebe Leute von der Tageszeitung Die Welt, bitte seid so gut und schickt uns beim nächsten Mal eine Journalistin vorbei, die sich für den anstehenden Termin besser vorbereitet, vorher aber ordentlich frühstückt und zu Mittag isst.

Nichts für ungut also
und einen sonnigen Sonntag noch
aus dem sonnigen „Hauptdorf der Poesie“,

Ihr / Euer Anton G. Leitner

Überwältigt vom Fest der Liebespoesie

Liebe Besucherinnen und Besucher,

ich bin noch immer vollkommen überwältigt von unserem „Fest der Liebespoesie“ am 22.1.2008 im Literaturhaus München. Das Echo auf diesen Abend (400 Besucherinnen und Besucher, über 50 weitere Besucher konnten wegen Überfüllung nicht mehr eingelassen werden) hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen.

Das Erste Deutsche Fernsehen (ARD) zeichnete die Veranstaltung auf, ein über 4 Minuten langer Beitrag lief noch am selben Abend im ARD-Nachtmagazin vom 23.1.2008, das noch online steht: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video265370_bcId-nm220_ply-internal_res-flash256_vChoice-video265370.html

Internet-Blogerin Aveleen Avide hat den Abend mit einer ganzen Fotoserie und einzelnen Videos aus ihrer Sicht dokumentiert und kommentiert: http://aveleen-avide.blog.de/2008/01/27/lesung_am_22_01_2008_im_literaturhaus_in~3638794

Ich bin noch immer dabei, alles aufzuarbeiten, was mir im Zuge der Festvorbereitungen hier liegen geblieben ist. Mich umgeben ganze Stapel von Papier und das ist auch der Grund, warum ich mich bislang nicht nach unserem Fest gemeldet habe.

Ich werde aber in den nächsten Tagen hier noch mehr zum Fest und den Reaktionen darauf schreiben sowie an dieser Stelle meinen Solidaritätsaufruf für alle Hausärzte ins Netz stellen.

NEU: „Zu mir oder zu dir? Verse für Verliebte“ (dtv, Reihe Hanser)

Vor wenigen Tagen ist hier meine neue Sammlung „Zu mir oder zu dir? Verse für Verliebte“ eingetroffen (dtv, Reihe Hanser 62341). Ein wunderschönes Mini-Taschenbuch im Kultformat von „SMS-Lyrik“, ab sofort im Buchhandel zu beziehen.

„Zu mir oder zu dir?“ versammelt 100 prickelnde Verse für Verliebte aus 250 Jahren – von Johann Wolfgang von Goethe über Tanja Dückers, Said und Michael Wildenhain bis zur 1992 geborenen Jungautorin Aline Müller. Viele der Gedichte sind eigens für diesen Band verfasst worden.

„Herausgeber Anton G. Leitner beteiligte die 15-jährige Schülerin Marina Elsner an der Auswahl und Komposition dieses Bändchens. Wie seine höchst erfolgreiche Anthologie SMS-Lyrik. 160 Zeichen Poesie (dtv Reihe Hanser 62124; 3. Aufl.) eröffnet auch dieser Band (nicht nur) Jugendlichen einen frischen und unverkrampften Zugang zur Lyrik“, heißt es dazu in der dtv-Presseerklärung vom 1. Februar 2008.

Soviel in aller Kürze für heute und bis ganz bald

Ihr Anton G. Leitner

aus Weßling,
dem „deutschen Hauptdorf der Poesie“ (Joachim Sartorius)