Weßling, den 21. Dezember 2009
Liebe Besucherinnen und Besucher,
die Tatasche, dass ich einige Wochen lang keine Zeit mehr erübrigen konnte, um meinen Blog zu aktualisieren, mag Ihnen einen Eindruck davon geben, wie viel ich zu tun hatte. Denn im Krisenjahr 2009 habe ich selbst in meinem Verlag alles einsetzen müssen, was möglich war, um unser Flaggschiff DAS GEDICHT unversehrt durch die raue Wirtschafts-See zu navigieren.
Bis zum heutigen Tag habe ich seit Januar 2009 nahezu ohne Urlaub durchgearbeitet, aber der Einsatz hat sich gelohnt. Die tägliche „Knochenarbeit“ wurde mir und meinen Mitarbeiterinnen Gabriele Trinckler und Tanja Rottländer durch erfreuliche Ereignisse versüßt. So kommt die neue Ausgabe von DAS GEDICHT zum Thema Angst und Zivilcourage (Nr. 17, Oktober 2009), die ich zusammen mit Friedrich Ani gemacht habe, so gut an, wie wir es uns erhofft hatten.
Nach der gelungenen Präsentation der Ausgabe in Wien (Alte Schmiede), wo dem Veranstalter wegen des hohen Besucherandrangs die Stühle ausgingen, und nach der Premierenfeier im Münchner Szene-Lokal GAP am 1.12.2009 mit 16 Dichtern gibt es überaus positive Kritiken zu unserem Anti-Angst-Projekt. Sie reichen von Agenturfeatures (ddp, epd) über Rezensionen u. a. in der Abendzeitung, in Die Welt kompakt, im RBB und in den Literaturbeilagen der Nürnberger Nachrichten, des Kölner Stadt-Anzeigers bis zu einem Nachdruck von Gedichten in Die Presse (Wien).
Auf der Hugendubel-Internet-Startseite konnten Besucher mit Friedrich Ani und mir chatten. Und am Mittwoch, den 16. Dezember 2009 empfahl sogar die Redaktion der Süddeutschen Zeitung (Martina Scherf) das neue GEDICHT als Weihnachtspräsent.
Der Bayerische Rundfunk hat mir ein 45-minütiges Fernsehtalkportrait in seiner renommierten Reihe BR alpha-Forum gewidmet, das am 30. November 2009 (20:15 Uhr) zum ersten Mal ausgestrahlt worden ist. Die alpha-Forum-Sendungen werden ungeschnitten gesendet (Live-Effekt) und vom BR im Wortlaut publiziert.
Gefreut habe ich mich Ende September 2009 auch über die Nachricht, dass mich die Münchner Autorengilde der „Turmschreiber“ zu ihrem neuen Mitglied berufen hat. Die „Turmschreiber“ sind in Bayern eine Institution mit eigenem Verlag, Jahrbüchern, Kalendern und großem Publikum bei ihren Lesungen in der Advents- und Faschingszeit. Sie gelten als renitent und stehen in der Tradition von Karl Valentin. Zu ihren verstorbenen Mitgliedern zählt Eugen Roth, zu den aktiven Turmschreibern gehören u. a. Hannes Burger (er schrieb die legendären Nockherberg-Reden), Herbert Rosendorfer, Tanja Kinkel, Petra Morsbach und Asta Scheib.
Zusammen mit Gabriele Trinckler edierte ich bei dtv die Anthologie „Ein Nilpferd schlummerte im Sand. Gedichte für Tierfreunde“ (illustriert von Reinhard Michl). Im Sommer folgte dann meine dtv-Trilogie im CD-Sonderformat für ein junges Publikum „relax“, „smile“ und „power“. Die „power“-Sammlung zählt zu den „50 besten Kinder- und Jugendbücher(n) des Jahres 2010“ (siehe „Lies doch mal 5“, Focus-Schule und cbj, Kinder und Jugenbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House, München 2009, S. 109 ff.). Außerdem erschien im Herbst bei Reclam meine bislang erfolgreichste Lyriksammlung „Feuer, Wasser, Luft & Erde. Die Poesie der Elemente“ wieder – dieses Mal als Hardcover.
Darüber hinaus betreuten wir ein dutzend Einzeltitel in der Reihe POESIE 21 unseres Lektorats-Services. An Arbeit mangelt es uns also nicht hier in Weßling, und darüber bin ich, bei aller wohliger Erschöpfung, auch froh. Denn es könnte in diesen Zeiten ganz anders laufen.
Da ich, wie Sie vielleicht wissen, schon länger dabei bin, unsere Internetpräsenz zu verstärken, habe ich in Zusammenarbeit mit Richard Westermaier damit begonnen, Lyrikclips für das Internet zu produzieren. Westermaier verfügt in diesem Bereich über langjährige Erfahrung. Er produziert u. a. für Titanic TV (den Internetkanal der gleichnamigen Satire-Zeitschrift) wöchentlich die „Wildbach-Toni“-Filme. Sie werden von so Vielen gesehen, dass sie schon dabei sind, Kult-Status zu erlangen.
Wir haben bei YouTube einen eigenen Videokanal für DAS GEDICHT eingerichtet: dasgedichtclip. Bei unserer GEDICHT-Präsentation im GAP in München war Westermaier schon mit der Kamera dabei, fünf Live-Clips sind bereits unter dasgedichtclip abrufbar (u. a. die Debüt-Lesung des 17-jährigen Leander Beil).
Noch ein letzter Hinweis aus aktuellem Anlass: Die Evangelische und Katholische Kirche betrauten mich damit, ein Lyrikprogramm zum 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT), der vom 12. bis 16. Mai 2010 in München stattfindet, zu gestalten. Innerhalb von wenigen Monaten entwickelte ich in Zusammenarbeit mit den Kulturverantwortlichen des ÖKT sowie mit Dr. Erich Jooß (Geschäftsführender Direktor des Sankt Michaelsbund, München) und Pater Georg Maria Roers SJ, dem Münchner Künstlerseelsorger, das Konzept.
Unsere Internetanthologie startet bereits am 1. Januar 2010 auf der Netzseite des ÖKT und bringt bis einschließlich 16. Mai 2010 jeden Tag ein neues Hoffnungsgedicht ins Netz.
Begleitend dazu erscheint bereits Mitte Januar 2010 der Sammelband „Die Hoffnung fährt schwarz“ im Verlag Sankt Michaelsbund (München).
Bei der Großen ÖKT-Poesienacht lesen 24 namhafte Dichter aus dem ganzen deutschen Sprachraum. Sie findet am Freitag, den 14. Mai 2010 ab 19 Uhr im Historischen Festsaal des Alten Rathauses in München statt.
Abschließend wünsche ich Ihnen auch im Namen meiner Frau und meiner Mitarbeiterinnen Gabriele Trinckler und Tanja Rottländer ein frohes Fest. Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut ins neue Jahr!
Herzliche Grüße aus Weßling
und bis bald an dieser Stelle, Ihr
Anton G. Leitner

















Wenn Sie die Internetseiten von Hugendubel besuchen, sollten Sie sich bei dieser Gelegenheit auch die kompetent betreute Rubrik
„Ein literarisches und optisches Vergnügen, Gedicht und Collage zugleich“ verspricht der Verlag auf dem Umschlag dieses vierfarbig gedruckten Gedichtbandes und versteigt sich schließlich sogar zu der Aussage, es handle sich dabei um „ein Wunderwerk der poetischen Phantasie“. Eine Zeit-Kritikerin sekundiert: „Diese luftigen, surreal verspielten Texte sind schön, weil ihnen die Erschütterung spürbar vorausgeht.“ Vielleicht haben sich manche Juroren von der großen Lippe des Klappentextes betören lassen; denn nach Veröffentlichung von Müllers BLASSEN HERREN MIT DEN MOKKATASSEN setzte ein warmer Preisregen für die Autorin ein: vom Berliner Literaturpreis über den Würth-Preis für Europäische Literatur bis hin zum Walter-Hasenclever-Literaturpreis reichte der Segen. Nun kann man der 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf (Rumänien) geborenen Schriftstellerin ihr Geschick, mit einem relativ schmalen literarischen Werk maximale Wirkung zu erzielen, nicht zum Vorwurf machen, im Gegenteil. Ihr aktuelles „Wunderwerk“ hätte jedoch schon vor Jahrzehnten gestandenen Dadaisten lediglich ein müdes Gähnen entlockt. Die poetische Methode dahinter ist alt, aber noch immer populär. Besonderer Beliebtheit erfreut sich die sog. „Kühlschrankpoesie“, bei der vorgegebene Worte mit Magneten auf Kühlschränken fixiert werden. Seminarleiter für kreatives Schreiben schwören oft auf Herta Müllers Technik: Man greife zur Schere, schnipsle einzelne Worte aus verschiedenen Zeitschriften oder Tageszeitungen, bediene sich danach aus dem Versbaukästchen, klebe Zeile für Zeile ein Wort neben das andere – und fertig ist das Gedicht! Der Reiz, den ihre „Schnipsellyrik“ zweifellos entfaltet, liegt im Zusammenwirken von zufälligem und kalkuliertem Worteinsatz durch eine Schriftstellerin, die nicht nur mit der Schere umgehen kann: „mir tickt die Wolke / durch den Kopf und die Stadt / sitzt krötenstill morgens vor / meinem Mantelknopf“.
„power ist eine schmale Poesiesammlung, eine Brausetablette im Büchermeer, die es in sich hat und jungen Menschen zeigen kann, wie wichtig gute Gedichte heute sind. Keine andere literarische Gattung geht so sorgfältig mit Sprache um wie die Lyrik. Wer Lyrik liest, ist gewappnet für jegliche Form von wertvollen Texten bis hin zum täglichen Sprachmüll. […]. Es sind viele High-speed-Verse dabei, die vom Gasgeben, von Stampeden, von bouncenden Bässen in Bassboxen oder von Propellern, die gesprossen sind an Ober- und Unterschenkeln erzählen: da burnst du baby yeah. Lies doch mal!“, heißt es in der Begründung, die ab November sogar in Buchform nachzulesen ist, nämlich in: Nicola Bardola, „