Frohe Weihnachten 2007

Liebe Besucherinnen und Besucher,

ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und ein glückliches, gesundes Jahr 2008, voller Poesie.

In diesem Jahr habe ich mich übrigens beim Christbaumkauf verschätzt. Unsere diesjährige Nordmanntanne ist über drei Meter hoch. Das Aufstellen in der Wohnung war gestern so schwierig, dass mir dabei die Hexe ins Kreuz geschossen ist. So muss mir heute meine Frau Felizitas beim Schmücken des Weihnachtsbaums zur Seite stehen. Das ist ein wenig schade. Denn das alleinige Schmücken einer Tanne ist eine schöne Ablenkung von der Poesie,

meint augenzwinkernd und herzlich grüßend

Ihr Anton G. Leitner

der sich heute natürlich
mit einem Gedicht
von Ihnen verabschiedet:

Herr Winter

Breitet das
Schneetuch aus

Zieh dich warm
An ruft der Stern

Sing er dem Mond
Zu, der aufgeht

Am Baum mit roten
Päckchen.

aus: Anton G. Leitner, Im Glas tickt der Sand.
Echtzeitgedichte 1980 bis 2005. © 2006 lichtung verlag, Viechtach

Das GEDICHT-Jahr 2007: Ein weihnachtlicher Rückblick und eine lyrische Vorschau auf 2008

Liebe Besucherinnen und Besucher,

das wohl arbeitsreichste, aber auch spannendste Jahr meiner bisherigen fünfzehn hauptberuflichen Lyrikjahre neigt sich dem Ende zu; und Januar 2008 mit unserem Geburtstagsfest „15 Jahre DAS GEDICHT am 22.1. im Literaturhaus München verspricht nicht weniger aufregend zu werden.

Wenn ich das Jahr 2007 im Sauseschritt Revue passieren lasse, denke ich an fruchtbare Begegnungen mit vielen hundert Schülerinnen und Schülern im ganzen deutschen Sprachraum, erinnere ich mich an das Erscheinen der CD „Herzenspoesie (zusammen mit meinem musikalischen Partner Martin Finsterlin und den Schauspielern Anna Thalbach und Alexander Khuon bei Eichborn im Februar 2007), die sehr gut besuchte Uraufführung im Focus- Hörbuchforum auf der Leipziger Buchmesse.

Mein Lyrik-Kanon „Die Arche der Poesie. Lieblingsgedichte deutscher Dichter bei dtv (Mai 2007) hat mich auf mancher Tour begleitet, ebenso das Bändchen „Kinder, Kinder. Gedichte zur Kindheit“, das ich für Reclams Universalbibliothek im Juni 2007 zusammenstellte.

Ein bewegendes Ereignis war für mich auch das Erscheinen der Jubiläumsausgabe Nr. 15 meines Herzblattes DAS GEDICHT im Oktober 2007 („Ich bin dein Nest, du bist mein Fest. Liebe mit allen Sinnen“). Als Krönung meiner diesjährigen editorischen Arbeit empfinde ich die internationale Sammlung „Mutters Hände, Vaters Herz. Familiengedichte aus 2500 Jahren“ (in edles Vollleinen gekleidet), mit der ich, ebenfalls im Oktober 2007, meine Lyrikreihe in der edition Chrismon eröffnen durfte. Auf der Präsentation während der Frankfurter Buchmesse zusammen mit Chrismon-Chef Arnd Brummer konnte ich mit einer ganzen Reihe von Kollegen auf dieses neue Lyrikrefugium unter dem Dach der evangelischen Kirche anstoßen.

Ich bin froh, dass ich die Kraft aufbringen konnte, dieses enorme Arbeitspensum zu bewältigen. Denn fast „nebenbei“ haben sich drei kleine Bestseller in meinen Kleinverlag eingeschlichen und halten uns hier alle in Weßling ordentlich auf Trapp: Die ersten drei Folgen der Latein-Lernhilfen (1. bis 3. Lernjahr), die mein Vater im Rahmen einer pensionistischen Großtat für uns und vor allem auch für viele dankbare Lateinschülerinnen und Schüler, verfasste, sind so gefragt, dass wir zeitweise mit dem Drucken und Verpacken gar nicht mehr nachgekommen sind.

Besonders einprägsam waren für mich 2007 aber auch die vielen Begegnungen mit Lyrikerkollegen. In der Erinnerung an die gemeinsame Frühjahrslesung mit Arne Rautenberg im Literaturhaus Kiel habe ich die Kieler Bucht vor Augen. Ich konnte den Meeresbusen bereits vom Hotelbett aus sehen. Der Gedanke an diese schöne Aussicht weckt sofort meine unstillbare bayerische Sehnsucht nach der Weite des Ozeans. Leuchtenden Proviant für trübe Herbststimmungen spendeten mir auch die Frauenfelder Lyriktage. Ich bin dem Kurator Markus Bundi dankbar dafür, dass er mich zusammen mit einer der größten erotischen Dichterinnen überhaupt, der Grande-Dame der rumänischen Lyrik, Nora Iuga, im Duett einen Abend der Liebespoesie bestreiten ließ, sensibel moderiert von dem Bamberger Universalgelehrten Ralph-Bernhard Essig. Und ich zehre von jenen Stunden, die ich zusammen mit meiner Frau und dem slowenischen Lyriker Aleş Steger am Ufer des Bodensees verbracht habe, um mit den beiden ein fast meditatives Gespräch über das Wesen der Poesie zu führen.

Ende November durfte ich schließlich in der Hauptbücherei in Wien, eskortiert von Münchner Kollegen, mit einer ganzen Reihe von österreichischen GEDICHT-Autoren den 15. Geburtstag schon vorfeiern. Es hat mir viel Freude bereitet, alte Lyrikerfreunde wie Manfred Chobot wiederzusehen. Und wahrscheinlich würde ich heute noch auf Wolke Sieben schweben, wenn ich nicht in den letzten Wochen nahezu Tag und Nacht an meiner nächsten Chrismon-Anthologie gearbeitet hätte, die seit gestern endlich beim Verlag ist.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei all jenen bedanken, die mir 2007 geholfen haben, das immense Arbeitspensum zu bewältigen. Meiner Frau Felizitas, meiner Familie und meinen engsten Mitarbeitern gebührt fast schon ein kleiner Heiligenschein, denn wegen des ungeheuren Zeit- und Termindrucks war ich sicherlich für meine Umgebung nicht immer ganz leicht zu ertragen.

Sehr bedanken möchte ich mich auch bei all jenen, die meine Arbeit mit konstruktiver Kritik in den Medien begleitet haben und dies teilweise schon seit 15 Jahren tun. Und vielmals danke ich auch all jenen, die Produkte aus der „Weßlinger Lyrikschmiede“ kaufen, in DAS GEDICHT inserieren und meine Veranstaltungen besuchen, denn ohne dieses großzügige Publikum und ohne Verlage, mit denen ich partnerschaftlich zusammenarbeite, würde unser Kamin schon längst nicht mehr rauchen.

Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Jahres 2007 hat auch mein Vater mit seinen Lateinlernhilfen geleistet. Für ihn standen zu seinen aktiven Zeiten als Gründer und Schulleiter des Carl-Spitzweg-Gymnasiums in Unterpfaffenhofen/Germering immer die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt des Lehrbetriebs. Dies hat sich auch seit der Pensionierung nicht geändert und der große Erfolg seiner Lateinlernhilfen hängt sicherlich auch mit dieser selten anzutreffenden Grundeinstellung zusammen.

Abschließend möchte ich Sie noch einmal ganz herzlich einladen, mit mir und 50 GEDICHT-Autoren aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz am Dienstag, den 22. Januar 2008 um 19 Uhr im Münchner Literaturhaus den 15. Geburtstag der Zeitschrift DAS GEDICHT zu feiern (siehe Attachement). Ich denke, für diesen Abend gilt das, was ich meiner Frau vor 16 Jahren versprochen habe, als wir geheiratet haben: Es wird nicht langweilig werden. Gestern hat sich der erste Fernsehsender für den 22.1.2008 angemeldet und wie ich im Vorfeld mitbekomme, reisen viele weitere Lyrikerkollegen und Poesiefreunde aus halb Europa an, um am 22. Januar 2008 in München mit dabei zu sein.

Die Cateringkosten des Abends müssen sich aus dem Eintritt finanzieren. Und weil wir allein schon insgesamt über 50 Mitwirkende sind, bitte ich um Ihr Verständnis, dass ich am 22.1.2008 keine Möglichkeit habe, über eine Gästeliste engen Freunden oder Bekannten den kostenlosen Zutritt zum Fest zu ermöglichen. Wegen des großen Interesses im Vorfeld empfehle ich Ihnen dringend, Karten im Literaturhaus zu reservieren. Dies geht am einfachsten telefonisch unter der Rufnummer 089 / 29 19 34-27.

Ich wünsche Ihnen für die Festtage viele poetische Stunden
und ein gesundes, glückliches, erfolgreiches und inspiriertes Jahr 2008.

Bleiben Sie der Lyrik treu.

Herzliche Grüße
und bis bald

Ihr Anton G. Leitner

Frankfurter Buchmesse 2007

Mittwoch, 10. Oktober 2007, Messegelände
Chrismon-Stand, Halle 3.1, Stand G 139, 16 Uhr

„Mutters Hände, Vaters Herz”
Lesung von Anton G. Leitner und Chrismon-Chefredakteur Arnd Brummer mit anschließender Diskussion

Liebe Besucherinnen und Besucher,

heute abend sitze ich um 21.50 Uhr noch im Büro, um für Sie noch geschwind meine Website zu aktualisieren. Denn ab morgen Mittag bin ich schon in Frankfurt am Main auf der Buchmesse unterwegs.

Mein neuestes Werk, die Anthologie „Mutters Hände, Vaters Herz“ eröffnet in der edition Chrismon eine eigene, neue Lyrikreihe. Dieser bibliophil ausgestatte Band (Voll-Leinen, geprägt, mit Umschlagschild) ist eines der schönsten Bücher, das ich bislang edieren durfte und feiert tatsächlich morgen auf der Frankfurter Buchmesse seine Premiere. Ich habe der Druckerei DZA in Altenburg erst am Montag dieser Woche die Bindefreigabe erteilt und die ersten Exemplare werden morgen von einer Mitarbeiterin der Druckerei von Altenburg persönlich nach Frankfurt am Main auf die Buchmesse gebracht.

Für meine neue Sammlung habe ich rund 100 Familiengedichte der Weltliteratur zusammengetragen: Seit Hunderten von Jahren ist die Familie ein Spiegel der großen Welt im Kleinen. Ein Ort gegenseitiger Zuwendung aber auch Keimzelle verbissener Streitigkeiten und enttäuschter Hoffnungen.

Von Homer bis zum HipHop spannt sich ein generationsübergreifender lyrischer Bogen. Die ausgewählten Gedichte von Goethe, Jandl, Ovid, Shakespeare, Szymborska, Ungaretti und vielen anderen führen durch alle familiären Höhen und Tiefen.

Meines Erachtens gewährt diese Anthologie überraschend zeitlose Perspektiven auf das Familienleben und beweist, dass aktuelle Themen wie Elternverantwortung oder Kinderbetreuung schon früher in der Literatur eine große Rolle gespielt haben.

Ich würde mich sehr freuen, Sie morgen in Frankfurt bei der Buchpremiere begrüßen zu dürfen.

Traditionellerweise hat DAS GEDICHT in Frankfurt am Main keinen eigenen Stand, da es für mich als Herausgeber viel wichtiger ist, über die Messe zu streifen, Autoren, Lektoren, Journalisten und andere Büchermenschen zu treffen, als stationär auf der Stelle zu treten.

Wenn ich mit offenen Augen unterwegs bin, kann ich am ehesten neue Strömungen auf dem Buchmarkt orten, die für meine Arbeit zuhause relevant sind. Natürlich werde ich aber  in der Zeit von Mittwochmittag bis Freitagmittag immer wieder einmal am Stand von Chrismon anzutreffen sein, wo man mir auch Nachrichten hinterlassen kann und ansonsten auch immer wieder bei meinen anderen Hausverlagen (dtv, Eichborn, Reclam) auftauchen.

So, jetzt aber schnell nach Hause, um etwas zu Abend essen und um zu packen, denn morgen geht es bereits um 5 Uhr früh auf die Piste …

Herzliche abendliche Grüße
aus dem Hauptdorf der Poesie Weßling
wünscht Ihnen
Ihr

Anton G. Leitner

P.S. Warum ich nicht früher dazu gekommen bin, diese Website zu aktualisieren, können Sie einige Zeilen weiter unten lesen. Ich plane nämlich zum 15. Geburtstag von DAS GEDICHT am 22. Januar 2008 im Literaturhaus München die vermutlich größte Lesung von Liebeslyrik, die es bislang gegeben hat. Ein ganzes philharmonisches Orchester von Dichtern wird auftreten und das erfordert nicht nur im Vorfeld, dass der Dirigent seinen Taktstock kräftig schwingt …

Alle Jahre wieder: Herausgeber als Punchingball …

Liebe Besucherinnen und Besucher,

am Donnerstag hat ein Postlaster (siehe Presseerklärung unten) allein rund 1.000 Großbriefsendungen bei uns abgeholt. Und der Versand der neuen GEDICHT-Ausgabe geht unvermindert weiter.

Derzeit erlebe ich, wie in jedem Jahr, dasselbe Phänomen. Nach jeder GEDICHT-Auslieferung melden sich zuerst Autorinnen und Autoren, die unsere Zeitschrift abonniert haben. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Texte nicht in der aktuellen GEDICHT-Folge vertreten sind, schwingen sie sofort die ‘Kündigungskeule’ und traktieren den Herausgeber meist ‘nebenbei’ mit begleitenden Tiefschlägen.

Alle Jahre wieder bekomme ich die abenteuerlichsten Verschwörungstheorien präsentiert, warum dieser Text gedruckt wurde, jener aber nicht. Wenn wir einen Kritikteil im GEDICHT haben, melden sich zuerst Autoren, deren Bücher nicht rezensiert worden sind: „Meine Gedichte sind wesentlich besser als die von Frau Scheuermann oder Herrn Grünbein, warum rezensieren Sie dann Frau Scheuermann und Herrn Grünbein anstelle von mir?“.

Als wir vor einigen Tagen unter www.poesie21.de bekannt gegeben haben, dass Horst Samson als Preis für das schönste Delfingedicht (sein prämiertes Gedicht steht online) eine Reise zur Walbeobachtung für zwei Personen nach Teneriffa bekommt, erreichten mich prompt bitterböse E-Mails von Mitbewerbern, die Samsons poetische Arbeit in beleidigender Weise abqualifizierten, und abstruse Erklärungen für seine Nominierung hatten: Wir seien ein „Familienbetrieb“, bei dem Samson Stammkunde wäre und fortlaufend Bücher kaufe, deshalb könne er jetzt eine so schöne Reise antreten. Denn Kriterien für gute und schlechte Gedichte gäbe es ja ohnehin nicht …

Obwohl ich im Stress der Auslieferung eigentlich keine Zeit habe, auf solche Bösartigkeiten zu antworten, möchte ich, wenigstens an dieser Stelle, diesen Leuten einen Satz unserer Autorin Ulrike Draesner unter die Nase reiben, der so einfach wie wahr ist: „Wer schreiben will, muss lesen“. Und als Lektüre dringend Rolf-Berhard Essigs Buch „Schreiberlust & Dichterfrust. Kleine Gewohnheiten und große Geheimnisse der Schriftsteller“ empfehlen.

Eigentlich ein Jugendbuch, aber eines der besten Bücher, die ich bislang gelesen habe. Weil es anhand großartiger Beispiele aus der Weltliteratur und Literaturhistorie in überzeugender Weise belegt, dass bislang noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Nicht einmal in Deutschland, einem Land, in dem so viele Dichter und Denker sein wollen, kraft göttlicher oder naturmagischer Eingebung. Denn Dichten macht reich und schön und berühmt, so glauben viele. „Und dichten kann doch jeder, oder nicht?!“

Wir arbeiten monatelang an jeder neuen GEDICHT-Ausgabe. Nach der Auslieferung sind wir psychisch und physisch jedes Jahr wieder total erschöpft. Und es tut immer wieder weh, nach der Geburt eines neuen GEDICHT-Kindes als erstes die geschilderten Tiefschläge böser Onkels und Tanten einstecken zu müssen.

Dann aber melden sich aber nach und nach jene Leserinnen und Leser zu Wort, die wirklich lesen. Sie geben uns wieder die Kraft, ans neue GEDICHT-Werk zu gehen.

Naturgemäß brauchen sie  Zeit für ihre Stellungnahmen, denn sie lesen DAS GEDICHT nicht unter dem Eitelkeits-Aspekt „Bin ich drin oder bin ich nicht drin?“.

Solche Leserinnen und Leser wünsche ich nicht nur uns, sondern allen ambitionierten literarischen Verlagen. Dass es sie in hinreichender Zahl gibt, belegt die Tatsache, dass meine Anthologien inzwischen einen Verbreitungsgrad erreicht haben, der (nach der Addition) weit in den sechsstelligen Bereich hineinreicht. Und DAS GEDICHT ist nach 15 abenteuerlichen Lyrik-Jahren auch auf dem Weg in diese Dimension. Poesie ist eben, fernab aller Verschwörungstheorien und Eitelkeiten, als geistiges Grundnahrungsmittel doch gefragt …

meint heute augenzwinkernd Ihr
Lyrik-Punchingball

Anton G. Leitner

DAS GEDICHT, Herausgeber

15 Jahre „Das Gedicht“: Liebesgedichte aus Liebe zur Lyrik

P r e s s e e r k l ä r u n g

Weßling bei München – Vor 15 Jahren trug Herausgeber Anton G. Leitner die ersten Exemplare seiner Lyrikzeitschrift „Das Gedicht“ noch eigenhändig auf die Post. Damals erschien das Magazin mit lediglich 100 Seiten Umfang in Schwarz-Weiß. Inzwischen ist aus Leitners Ein-Mann-Betrieb ein kleines Lyrik-Unternehmen geworden und die heute vierfarbig gedruckten, buchstarken Ausgaben werden vom Postlaster abgeholt.

Passend zum Jubiläum erscheint in diesen Tagen die Ausgabe Nr. 15 von „Das Gedicht“ unter dem Motto: „Ich bin dein Nest, du bist mein Fest“. Sie versammelt 100 neue Liebesgedichte von Ulla Hahn, Helmut Krausser, Peter Maiwald, Matthias Politycki, Said, Zafer Senocak und vielen anderen.

Der Münchner Altphilologe Niklas Holzberg leitet die aktuelle Gedicht-Folge mit sinnlichen Versen der griechischen Antike ein, die zum ersten Mal in deutscher Sprache erscheinen. Ulrich Johannes Beil, Literaturwissenschaftler an der Universität Zürich, untersucht in einem Essay mögliche Reibungsflächen zwischen „Poesie, Internet-Chat und Swinger-Club“. Zusammen mit Anton G. Leitner befragte er darüber hinaus 100 Dichter zum Zusammenhang zwischen Sinnlichkeit und Poesie. Ulla Hahns Antwort fällt poetisch aus: „Sinnliche Gedichte haben das gewisse Etwas, wenn sie ansprechend ansprechen ohne auszusprechen was sie versprechen.“

„Aller guten Dinge sind drei“, sagt Herausgeber Anton G. Leitner. Er möchte mit dieser Gedicht-Folge seine Trilogie der poetischen Lust abrunden. „Liebesverse haben schon so manchen Stein erweicht. Denn sie öffnen die Sinne und wirken nachhaltig gegen Vereinzelung“.

Internet: www.dasgedicht.de

Das Gedicht Nr. 15: „Ich bin dein Nest, du bist mein Fest. Liebe mit allen Sinnen“.
Herausgegeben von Anton G. Leitner, Weßling 2007, 171 Seiten, 12 Euro
(ISBN 978-3-929433-67-8)

Nachrichten vom GEDICHT-Versand: Schweiz ist postalisch Australien?!

Liebe Besucherinnen und Besucher,

gestern haben wir beim Versand der ersten neuen GEDICHT-Ausgaben festgestellt, dass die Schweiz seit Juni 2007 im Bereich der Paketpost aus der postalischen „Europa Zone“ ausgeschieden ist und Pakete und Päckchen in die Schweiz nunmehr von den Gebühren her nach der „Weltpost Zone“ abgerechnet werden müssen.

Das heißt für uns konkret: Der Versand von 10 buchstarken Ausgaben unserer Zeitschrift DAS GEDICHT in unser nicht einmal 200 km entferntes Nachbarland kostet ab sofort 30 Euro Porto (Landbeförderung), in DM ausgedrückt: 60 Mark (!). Damit ist es kleineren deutschen Verlagen künftig nicht mehr möglich, größere Mengen Bücher in die Schweiz zu versenden, denn das Porto kostet mehr als die versandten Titel.

„Sind die Schweizer noch zu retten?“, haben wir uns gefragt und wissen noch nicht, wie wir künftig unsere Schweizer Leserinnen und Leser ohne horrende Portokosten weiter beliefern sollen. „Fahren Sie die Bücher selbst in die Schweiz“, hat uns die freundliche Dame vom Geschäftskunden-Service der Deutschen Post AG geraten, „das ist billiger“ …

Massenkeulungs-Barbarei im oberpfälzischen Nittenau

Gestern Abend, als ich mich vor der „Tageschau“ von den Strapazen des zweiten GEDICHT-Versandtages erholen wollte, mit Schrecken gehört, dass im oberpfälzischen Nittenau (Bayern) „vorsorglich“ 200.000 Enten „gekeult“ werden sollen, um eine mögliche Ausdehnung des „H5N1“-Virus zu verhindern.

Im Editorial der vorletzten GEDICHT-Nummer (vgl. DAS GEDICHT Nr. 14, 2006, S. 4 ff.) habe ich geschrieben: „Die keulende Gesellschaft kehrt den universellen Barbaren heraus“. Die jetzt vermutlich schon begonnene Keulung der armen Enten soll die bislang größte Massentötung dieser Art von Tieren sein. Der bayerische Noch-Ministerpräsident Stoiber liebt es bekanntlich, bei jeder Gelegenheit Bayern als Rekordland herauszustellen.

In diesem Fall stellt Bayern einen traurigen Rekord der Barbarei auf, um an meinen letztjährigen Satz anzuknüpfen. Die Tiere brauchen mehr denn je eine Arche, um sie vor dem unmenschlichen Irrsinn der ausbeuterischen Massentierhaltung und ihren Folgen zu bewahren.

Ich schäme mich heute zutiefst für den Teil meiner Landsleute, die so mit unseren Mitgeschöpfen umgehen.

Mit heute unentspannten Grüßen
aus Weßling, Ihr

Anton G. Leitner

DAS GEDICHT, Herausgeber