Den Funken geweckt und im Brennen versöhnt
Anton G. Leitner für Anton Leitner senior am 20.12.2018 zu seinem Achtzigsten

Meinem Vater Anton Leitner gratuliere ich ganz herzlich zu seinem 80. Geburtstag am 20. Dezember 2018. Auf dass er noch unzählige Spazierrunden um seinen geliebten Weßlinger See drehen kann und sein Lieblingsgewässer viele weitere Sommer lang kreuz und quer durchschwimmen möge, und dies bei hellwachem Verstand und bester Gesundheit, versteht sich. Und natürlich habe ich für Vater, wie sich das für einen schreibenden Sohn gehört, zu diesem Anlass auch noch einige weitere Zeilen verfasst:

Die wenigsten Väter wünschen sich, dass Ihre Söhne Poeten werden – und sie haben noch nicht einmal ganz unrecht dabei, weil sie vorauszuahnen glauben, welche Finsternis eine freie Existenz als mutmaßlicher „Luftikus“ vor allem in materieller Hinsicht bedeuten kann.

Anton Leitner senior. Foto: Anton G. Leitner

Anton Leitner senior. Foto: Anton G. Leitner

Als studierter Lateiner und Altgrieche hatte mein Vater schon als Oberstufenschüler des Wittelsbacher Gymnasiums in München und später dort als Student der Altphilologie an der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) die „Mathematik“ der Sprachen des klassischen Altertums durch und durch verinnerlicht, sie vom Blatt weg übersetzt und später auch noch geradezu akrobatisch in ihren modernen Varianten, mögen sie Italienisch oder Spanisch oder Neugriechisch heißen, sprechend angewandt. Als Übersetzer, Leser, Lehrer, Schnellredner im täglichen Leben wie vor mehreren Schülergenerationen. Immer wieder sind Schülerinnen und Schüler von ihm ebenfalls Altphilologinnen und Altphilologen geworden, weil ihnen Vater die Schönheit der sogenannten „alten“, in Wirklichkeit aber ewigen Sprachen so vermitteln konnte wie kaum ein anderer Lateinlehrer seiner oder seiner Vorgängergeneration. Er vollbrachte viele kleine Wunder, indem er es schaffte, jenen Funken in ihnen zu wecken, der das Feuer für ein ganzes Berufsleben entfachen kann, wobei hier mehr von Berufung als von Beruf die Rede ist. Wer von seinem Fach oder Metier so begeistert und durchdrungen ist, so dafür brennt, kann es am besten vermitteln. Und wer mit seinen Schülerinnen und Schülern eine Engelsgeduld hat, bringt sie nicht unbedingt immer für seinen eigenen Sohn auf, weil er seine Engelsgeduld schon im Klassenzimmer und im Elternsprechzimmer aufgebraucht hat und weil ein starker, widerborstiger Sohn im Vater einen raumgreifenden Rivalen sieht und der starke, raumgreifende Vater im renitenten Sohn einen Widerpart, so unbezähmbar wie er selbst, sein Alter Ego. Der stehende Ausdruck, so gehört es sich an dieser Stelle auch, geht auf den römischen Politiker und Staatsphilosophen Cicero zurück, der im Jahr 44 vor Christi Geburt in „Laelius de amicitia“ (21, 80) schrieb: „verus amicus est tamquam alter idem“ („Ein wahrer Freund ist gleichsam ein zweites Selbst“) – vielleicht gilt dies ja auch für einen echten Sohn?

Die wenigsten Väter wünschen sich, dass ihr Sohn Dichter wird, auch weil sie vielleicht Carl Spitzwegs berühmtestes Bild „Der Arme Poet“ vor Augen haben, und deshalb fürchten, ihr Spross könnte ihnen ein Leben lang auf der Tasche liegen. Und weil sie glauben, ein junger Dichter saufe und vögle und schlafe bis in die Puppen mit Puppen, die mehr das Klischee vom wilden Dichterleben lieben als bisweilen den Dichter, weil es womöglich einfach spannender ist mit einem bohemisierenden Literaten eine Nacht oder auch zwei oder auch drei oder sogar ein Jahr zusammen zu sein als mit einem lackierten Banker- oder Versicherungshengst ein langweiliges, gesichertes Leben lang. Und der Glaube an dieses Klischee würde sogar mich selbst etwas neidisch werden lassen, wenn ich ein Vater wäre und einen Sohn hätte, der schreibt, wenn ich also mein Vater wäre. Denn darf in einem Land, wie unserem, das es liebt, nach außen als „Land der Dichter und Denker“ zu firmieren, innen aber längst Pecunia auf den Thron gehoben hat, etwas, das Spaß macht, zum Beruf werden? Die Antwort lautet „Ja“, denn das belegt das ganze berufene Berufsleben von Anton Senior: Wie viel Spaß hat ihm der tägliche Unterricht mit seinen Schülerinnen und Schülern gemacht, deren Namen er allesamt bis heute noch aufzählen kann, tausende an der Zahl, und denen er allen potenziell zutraute, Generaldirektor einer Versicherung oder Bank aber auch und vor allem Ministerialbeamter zu werden – und lebenslänglich verbeamtet dann vielleicht doch bloß einem Politiker zuzuarbeiten, dessen Schuhe viel zu klein für so ein Mandat sind oder auch das Mandat viel zu groß für den Zuarbeiter.

Sei’s drum: Vater gab vor allem den Müttern und ihren Kindern und bisweilen auch den seltener bei ihm aufkreuzenden Vätern das Gefühl, dass sie die tüchtigsten und begabtesten Kinder überhaupt hätten und darüber hinaus die nettesten Eltern wären. Und wenn schon nicht die Eltern an ihre Kinder glaubten, dann wenigstens ihr Lehrer und späterer Begründer und Schulleiter des Carl-Spitzweg-Gymnasiums in Unterpfaffenhofen-Germering. Und dieser unverbrüchliche Glaube an sie und an das Gute im Menschen hat viele von ihnen tatsächlich über sich selbst hinauswachsen lassen. Dies alles, während man gleichzeitig andernorts ihren Altersgenossen vermittelte, sie seien zu dumm für die von ihren Eltern für sie gewählte Schulart und sie gehörten auf eine ganz andere Schule, im Grunde genommen „auf die Hilfsschule“, weil sie ja noch nicht mal bis drei zählen könnten, oder besser gleich in die Baumschule zum Lehrer Ast. Und von den anderswo Geprügelten haben sich einige, allen Prügelpädagogen und Kinderhassern zum Trotz, durchgebissen und wieder andere völlig verzweifelt dem Untergang ihrer Schulkarriere ergeben.

Giuseppe Ungaretti: Die späten Gedichte (Cover)

Giuseppe Ungaretti: Die späten Gedichte

Ich selbst bin in der Schule viel zu lange viel zu wenig an Lehrer wie meinen Vater geraten und hab mich um fünf vor zwölf, sprich in der Oberstufe, noch an die schulische Spitze durchgekämpft, vom Versager zum Einserschüler, wahrscheinlich nur, um es allen zu zeigen und meinem Vater und mir selbst auch. Um dann von eben jenem – mit mir oft so ungeduldigen – Papa eines Tages, vielleicht mit Siebzehn oder Achtzehn, einen Band des italienischen Dichters Giuseppe Ungaretti unter den Christbaum gelegt zu bekommen. Spätestens damit hat er dann all das angerichtet, was er als Vater eigentlich vermeiden wollte, nämlich, dass der Wunsch seines Sohnes, ein Poet zu werden und nichts als der Poesie sein Leben zu verschreiben, übermächtig wurde, weil mich, seinen Sohn der Blitzschlag traf, als ich die Altersgedichte des 80-jährigen Dichters las, darunter „Il Taccuino del Vecchio“, die weisen aber überhaupt nicht überheblichen „Notizen des Alten“ oder Ungarettis Zyklus „Letzte Chöre für das gelobte Land“, zweisprachig, italienisch – deutsch. Wohin überall hat mich dieses mir so heilig gewordene Buch ein Leben lang begleitet, in wie vielen Situationen habe ich darin Stärkung und Trost gefunden. Das Geschenk meines Vaters hat mich ganz und gar entflammt, von Ungarettis Alterswerk aus erschloss ich mir sein Frühwerk, stieß auf seine Übersetzer Ingeborg Bachmann, Paul Celan oder Hilde Domin.

Ungarettis Frühwerk hat mich buchstäblich mindestens so mitgenommen wie seine reifen und ausgreifenderen Altersverse. Denn die frühe Lyrik des großen italienischen Dichters zeugt von allerhöchster Sprachintensität, sie entstand teilweise in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs, und darin sagt er mit wenigen Worten alles, was in einem so fürchterlichen Krieg noch in Worte gefasst werden kann. Ungaretti brachte die ganze Welt dichtend auf den Punkt und stiftete mich an, meine eigene Welt zu verdichten.

Die wenigsten Väter wünschen sich, dass ihr Sohn Dichter wird, aber warum hatte dann mein Vater in seiner Bibliothek so viele Oxfordausgaben stehen, die gesammelten Werke z. B. von Catull, Tibull und Properz, dem unvergleichlichen Dreigestirn der Römischen Liebeslyrik. Weder gekürzt noch bieder zurecht zensiert , im Gegensatz zur altbackenen Schullektüre. Ich wurde zum Querleser in Vaters Bibliothek, weil in Vaters Büchern ein Schwanz auf lateinisch mentula, also Schwanz hieß, und dies schon fast zweitausend Jahre bevor ein so großartiger Lyriker wie Charles Bukowski das Wort Schwanz wieder in den Mund nahm und exzessiv aufs Papier bannte. So hat Anton, der Ältere, mein Vater also, ungewollt oder doch unterbewusst angestoßen, dass Anton der Jüngere, sein Sohn, das geworden ist, was er werden wollte und wohl auch am besten kann: ein Poet und ein Vermittler von Poesie. Und dies aller zum Schein studierten bürgerlichen Jurisprudenz zum Trotz, weil deren Studium am ehesten klammheimliche Freiräume zum Dichten eröffnete, und trotz aller zum Schein abgelegter rechtswissenschaftlicher Scheine und dem zum Schein tatsächlich bestandenen juristischen Staatsexamen, in Vaters Augen die große Aussicht auf ein späteres Beamtenleben in zu großen oder zu kleinen Schuhen, jemand anderem zuarbeitend, fremdbestimmt, aber dafür scheinbar sicher vor allen Risiken des Lebens. Der schöne Schein ohne mitbedachte Liebe, ohne mitbedachte Berufskrankheiten, ohne mitbedachte Kolleginnen und Kollegen … Mehr Schein als Sein. Jedenfalls für einen, der die Poesie liebt.

LATEIN 1. LernjahrUnd dann hat Vater noch mit seinen bis heute lieferbaren Lateinlernhilfen den jungen Lyrikverlag des Sohnes vor einem Vierteljahrhundert mit angeschoben, tausende von Exemplaren davon verkauft, bis sich schließlich die Poesie des Sohnes tausendfach verkaufte.

Und dann hat er eines Tages zum Sohn gesagt: Scheiße, als Jurist hättest Du weniger arbeiten müssen, aber wahrscheinlich auch weniger Freude gehabt im Leben, wenn ich allein an Deine Freundinnen in Deinen jungen wilden Dichterjahren denke.

Anton G. Leitner. Foto: Volker Derlath

Anton G. Leitner. Foto: Volker Derlath

Tempus fugit, wie die Zeit vergeht! Jetzt ist der Sohn auch schon bald sechzig und seit fast 30 Jahren unter der Haube mit derselben Frau und arbeitet viel, vielleicht sogar noch mehr, wie der Vater gearbeitet hat, und brennt so sehr für die Sprache, wie der Vater auch für die Sprache brannte. Und so sind sie beide alt und beide jung geblieben, der Vater und der Sohn. Und sie brennen beide bis zum Schluss und sie haben beide gezündelt, um die Funken in manch anderen auch zum Feuer auflodern zu lassen, und dabei treffen sie sich heute wieder, im Brennen versöhnt.

Frisch erschienen: »Sieben Ziegen fliegen durch die Nacht«, herausgegeben von Uwe-Michael Gutzschhahn

Hundert neue Kindergedichten stellte Uwe-Michael Gutzschhahn für seine gerade erschienene Anthologie »Sieben Ziegen fliegen durch die Nacht« (dtv Junior) zusammen: Die Sammlung moderner, frischer Lyrik für die ganze Familie von Franz Hohler, Hanna Johansen, Heinz Janisch, Gerald Jatzek, Susan Kreller, Yaak Karsunke, Anton G. Leitner, Paul Maar, Peter Maiwald, Jutta Richter, Michael Roher, Gerhard Rühm, Jürgen Spohn, Frantz Wittkamp u.v.a. ist hervorgegangen aus der ebenfalls von Uwe-Michael Gutzschhahn edierten Reihe »Gedichte für Kinder« hier auf DAS GEDICHT blog. Sie entführt in die Klangwelt der Poesie und lädt ein zu verrückten Sprachspielen, öffnet Räume für Kreativität und Fantasie, in denen man die Welt auf den Kopf stellen oder sie auch mal ganz neu erfinden kann.
Der umfangreiche, schön ausgestattete und von Sabine Kranz illustrierte Band ist nicht nur ein wunderbares Geschenk für junge Leser, sondern auch für junggebliebene Lyrikliebhaber jeden Alters.
 
Uwe-Michael Gutzschhahn (Hrsg.) Sieben Ziegen fliegen durch die NachtUwe-Michael Gutzschhahn (Hrsg.)
Sieben Ziegen fliegen durch die Nacht

Hundert neue Kindergedichte
176 Seiten, Flexcover, Lesebändchen
€ 16,95 [D] März 2018
ISBN 978-3-423-76201-4
Zur Leseprobe

Veranstaltungshinweis: Blaue Stunde: Snapchat versus Goethe

Die blaue Stunde: Gott – Die Welt – und ein Buch.
Diskussion zu Fragen, die den Menschen betreffen
Bei der Blauen Stunde, dem kontroversen Kultur-Talk in der Karmeliterkirche, diskutieren namhafte Experten und prominente Gäste gemeinsam mit dem Publikum.
Am 16.1.2018 findet die dritte ‘Blaue Stunde’ statt. Das Thema lautet diesmal: Snapchat versus Goethe.
Die Digitalisierung hat nahezu alle Lebensbereiche erfasst und die Meinungen darüber gehen auseinander. Während die Einen den Niedergang der Kultur durch digitale Medien betrauern, bedeuten Snapchat, Instagram und Co. für die Anderen einen Quantensprung hin zu ungeahnten neuen Lebens- und Ausdrucksmöglichkeiten. Wie wandelt sich unser Verständnis von Literatur, Kunst und Kultur, Mensch und Welt angesichts dieser Entwicklung? Welche Bedeutung haben Literatur, Dichtung und Poesie im ‚globalen Dorf‘? Sind sie antiquierte Relikte oder lebenswichtige Kostbarkeiten im globalen Irrsinn? Verleger, Autor und Präsident der Akademie der Schönen Künste Michael Krüger, sowie Autor und Verleger Anton G. Leitner gehen an diesem Abend gemeinsam mit dem Publikum diesen Fragen nach.
16.1.2018, 18.00 Uhr c.t
Blaue Stunde: Snapchat versus Goethe

Ehem. Karmeliterkirche (Karmeliterstr. 1, München)
Eintritt: € 10,-.
Für Studierende mit Ausweis ist der Eintritt frei
Anmeldung nicht erforderlich

Veranstaltungshinweis: Frühschoppen mit den Münchner Turmschreibern Prof. Dr. Georg Eggers, genannt „Grög!“, und Anton G. Leitner

Frühschoppen in der Kulisse des Theaters im Fraunhofer
in der Spielzeit 2017/18

164. Frühschoppen am 5. November 2017
Gäste: die Münchner Turmschreiber Prof. Dr. Georg Eggers, genannt „Grög!“, und Anton G. Leitner
Musik: Michael Sachs, Klavier

Georg "Grög" Eggers. Foto: Volker Derlath

Georg “Grög” Eggers. Foto: Volker Derlath

Der Münchner Turmschreiber und Kabarettist „Grög!“ hat vor einiger Zeit zusammen mit dem Michael Sachs (Klavier), einem Dozenten der Mathematik, das Schlagerduo „Musik des Scheiterns“ gegründet und präsentiert beim Frühschoppen das gemeinsame Programm „Wissenschaft vs. Wahnsinn“. Das Repertoire der beiden Künstler umfasst so romantische Titel wie „Wenn Ingenieure lieben“ oder „Seit heute Morgen hab ich Deinen Schnupfen“. Wahrhaft wahnsinnige satirische Leckerbissen! Sie werden begeistert sein!

Anton G. Leitner. Foto: Volker Derlath

Anton G. Leitner. Foto: Volker Derlath

„Anton G. Leitner hat Gedichte geschrieben, die zum Besten gehören, was die zeitgenössische Lyrik zu bieten hat (Mathias Ehlers, WDR). Anton G. Leitner, der „allem Weiblich-Leiblichen zugeneigte Dichter“ (Joachim Sartorius in der SZ) ist seit 25 Jahren u.a. Herausgeber von DAS GEDICHT, einem international präsenten Forum der deutschsprachigen Gegenwartspoesie, hat 2015 den Poetentaler der Münchner Turmschreiber und 2016 den Tassilo-Kulturpreis erhalten. Beim Frühschoppen wird Anton G. Leitner seinen neu erschienen wunderbaren Gedichtband „Schnablgwax“, ein bairisches Verskabarett, präsentieren. Da kommt Freude auf!
http://www.fraunhofertheater.de/
Fraunhoferstraße 9
80469 München
U1/U2 Fraunhoferstraße
Reservierung Theater
089 / 26 78 50 (AB)
info@fraunhofertheater.de

Veranstaltungshinweis: Halloween-Schnablgwaxe zusammen mit Melanie Arzenheimer und Georg „Grög“ Eggers

Hintersinniger Heimatabend „re-formiert“

Turmschreiberlesung am 31.10.2017 mit Melanie Arzenheimer, Anton G. Leitner und Georg „Grög“ Eggers

Die Eichstätter Lyrikerin und Münchner Turmschreiberin Melanie Arzenheimer lädt erneut zu einem „hintersinnigen Heimatabend“. Und weil der am Reformationstag stattfindet, wurde das „Line-up“ auch etwas re-formiert, also umgestellt. Neben Anton G. Leitner, der mit seinen frechen Mundartgedichten das Publikum schon 2016 begeisterte, wird auch der frisch gebackene Turmschreiber Georg „Grög“ Eggers auf der Bühne im Gutmann stehen. Thematisch werden die drei sich poetisch ihre bayerische (Wahl)Heimat vorknöpfen. Dabei spielt das Thema Religion im Reformationsjahr 2017 genauso eine Rolle wie die Eigenarten von Gottes Geschöpfen auf Erde. Und damit sind nicht nur die Menschen gemeint. Freuen Sie sich auf einen vergnüglich-hintergründigen Abend mit viel Wortwitz und etlichen Hinterfotzigkeiten.
Hintersinniger Heimatabend „re-formiert“
mit Melanie Arzenheimer, Anton G. Leitner und Georg „Grög“ Eggers

Dienstag, 31.10.2017, 20 Uhr
Zum Gutmann – Wirtshaus und Kleinkunst, Eichstätt
www.gutmann-eichstaett.de

Über die Autoren:

Melanie Arzenheimer. Foto: Volker Derlath

Melanie Arzenheimer. Foto: Volker Derlath


Melanie Arzenheimer ist 1972 in Eichstätt zur Welt gekommen, wo sie immer noch wohnt. Die Journalistin, Lyrikerin und Autorin ist Chefredakteurin der espresso-Mediengruppe in Ingolstadt, außerdem arbeitet sie für den Hörfunk des Bistums Eichstätt Radio K 1. Sie betreibt mit dem Erna Magazin (www.erna-magazin.de) ein eigenes Online-Satiremagazin für die Region Ingolstadt. 2009 hat sie den Lyrikwettbewerb „Hochstadter Stier“ gewonnen und wurde 2013 zu den Münchner Turmschreibern berufen. Melanie Arzenheimer hat bisher drei eigene Gedichtbände „Die Frisuren der Lemuren“, „Unter Spezln“ und „Der Indianer ist Veganer“ sowie zahlreichen Beiträge in diversen Anthologien veröffentlicht. Daneben schreibt sie Theaterstücke für Erwachsene und Kinder. Informationen unter: www.melaniearzenheimer.de
Anton G. Leitner. Foto: Volker Derlath

Anton G. Leitner. Foto: Volker Derlath


Anton G. Leitner ist examinierter Jurist und lebt als Schriftsteller, Herausgeber und Verleger in Weßling. Seit 1993 ediert er die international renommierte Zeitschrift DAS GEDICHT. Er edierte bislang fast 40 Anthologien (vor allem für dtv, dtv/Hanser, Goldmann, Reclam, Sankt Michaelsbund), darunter den Poesie-Bestseller »SMS-Lyrik«. Neben seiner herausgeberischen Tätigkeit veröffentlichte Anton G. Leitner bislang zwölf eigene Gedichtbände, drei Hörbücher, zahlreiche Essays, Kritiken, Kurzgeschichten, eine Erzählung und ein Kinderbuch. Seine Gedichte wurden u. a. ins Arabische, Englische, Französische, Hebräische, Italienienische und Spanische übersetzt. Mit seinem jüngsten Gedichtband „Schnablgwax. Bairisches Verskabarett“ hat er erstmals Poesie in bayerischer Mundart veröffentlicht. Leitner ist Mitglied der Valentin-Karlstadt-Gesellschaft und wurde mehrfach ausgezeichnet, z.B. mit dem Poetentaler der Münchner Turmschreiber. Weitere Infos zum Autor unter www.AntonLeitner.de.
Georg "Grög" Eggers. Foto: Volker Derlath

Georg “Grög” Eggers. Foto: Volker Derlath

Georg „Grög“ Eggers verbindet Wissenschaft mit Poesie. Der promovierte Entwicklungsingenieur und Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München ist unter anderem mit der „Physik des Scheiterns“ auf den Kabarettbühnen Deutschlands im Einsatz. Als Poetry Slammer stellt er sich regelmäßig dem Wettbewerb und als Poet befasst er sich mit depressiven Krokodilen, rolltreppen-verstopfenden Händchenhaltern, untreu vögelnden Vögeln, dem Zappel-Kevin, Laub blasenden Frührentnern, dem Münchner Kalk oder mit Hänsel und Gretel. 2016 wurde in in die Literatenvereinigung der Münchner Turmschreiber berufen.

25 Jahre Literaturzeitschrift DAS GEDICHT

Geburtstagsfeiern am Mittwoch, den 25.10.2017 in München: Poetendemo auf dem Marienplatz, Gala-Abend der Poesie im Literaturhaus

Die buchstarke Zeitschrift DAS GEDICHT wird 25 Jahre alt und feiert in München am Mittwoch, den 25. Oktober 2017 mit dem bislang größtem Lyrikertreffen in der bayerischen Landeshauptstadt Geburtstag.
Zunächst lesen am 25. Oktober von 16 Uhr bis 17:30 Uhr auf dem Münchner Marienplatz 20 Poetinnen und Poeten aus zwölf Nationen Gedichte für die Menschenrechte, unter ihnen Performance-Poet Semier Insayif aus Wien, Slamstar Bumillo, SAID, José F. A. Oliver, Michael Augustin, die GEDICHT-Begründer Anton G. Leitner und Ludwig Steinherr, sowie Sujata Bhatt, eine der bedeutendsten Lyrikerinnen in englischer Sprache. Die Poetendemo für die Menschenrechte ist eine gemeinsame Veranstaltung von Amnesty Inter­national und DAS GEDICHT. »Weil weltweit Autokraten und Extremisten in erschreckender Weise an Einfluss und Macht gewinnen, erscheint es dringend geboten, anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten von DAS GEDICHT auch ein Statement für die Menschenrechte abzugeben«, erklären die beiden Initiatoren der Poeten­demonstration, Ludwig Steinherr (München) und Anton G. Leitner (Weßling).
Um 19 Uhr beginnt dann am 25. Oktober 2017 das große Geburtstagsfest von DAS GEDICHT im Literaturhaus München. 60 Poetinnen und Poeten aus vier Generationen und zwölf Nationen lesen jeweils ein Gedicht aus der 224-seiten starken Jubiläumsausgabe Band 25 („Religion im Gedicht“), die Anton G. Leitner zusammen mit Chamisso-Preisträger José F. A. Oliver herausgegeben hat, und die ab 23.10.2017 im Handel ist. Der Gala-Abend für die Poesie im Literaturhaus München ist eine Veranstaltung von Anton G. Leitner Verlag | DAS GEDICHT (Weßling) in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, mit Unterstützung des Literaturhauses München und mit Bayern 2 als Medienpartner.

DAS GEDICHT und amnesty International laden herzlich dazu ein, mit den Poetinnen und Poeten auf dem Münchner Marienplatz für die Menschenrechte zu demonstrieren und anschließend im Literaturhaus München 20 Jahre DAS GEDICHT zu feiern.
Der Eintritt im Literaturhaus kostet € 12,- / € 9,- (ermäßigt), Karten können telefonisch unter 089-29 19 34-27 oder direkt im Literaturhaus reserviert werden oder bei www.reservix.de im Internet gebucht werden.
Ausführliche Informationen im Internet unter www.dasgedicht.de und www.dasgedichtblog.de

Alle Daten auf einen Blick:

Poeten demonstrieren für die Menschenrechte.
Mi, 25. Oktober 2017, 16 Uhr bis 17:30 Uhr
Marienplatz München

Mit Michael Augustin, Sujata Bhatt, Bumillo, Christophe Fricker, Klára Hůrková, Semier Insayif, Gerald Jatzek, Anatoly Kudryavitsky, Anton G.Leitner, José F. A. Oliver, Said, Ludwig Steinherr und anderen.
Veranstalter: Amnesty International in Zusammenarbeit mit Anton G. Leitner | DAS GEDICHT
Medienpartner: Bayern 2
25 Jahre DAS GEDICHT –
Gala-Abend im Literaturhaus München
Mi, 25. Oktober 2017, 19 Uhr
Literaturhaus München, Saal und Foyer

Salvatorplatz 1, 80333 München
Telefon: 089-29 19 34-27
Eintritt € 12,- / € 9,- ermäßigt
Veranstalter: Anton G. Leitner | DAS GEDICHT in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, mit Unterstützung des Literaturhauses München.
Medienpartner: Bayern 2