A sauwane Sach

Hervorgehoben

Schbugg da
A boa Moi
In d’ Hend
Und schlog
Danoch ei
Bei oam,
Dea di
Üwan Diesch
Ziang wui.

Anton G. Leitner


aus:
Anton G. Leitner
Wadlbeissn. Zupackende Verse
Volk Verlag 2021
200 S., Hardcover, 18,- €
www.wadlbeissn.de

mit hochdt. Übersetzungen durch den Autor:

Hygienekonzept
Spuck dir / Mehrfach / In die Hände
Und schlag / Danach ein / Bei einem,
Der dich / Über den Tisch / Ziehen will.

 

»… wenn du mich lässt«: zeitgenössische Gedichte zum ewigen Thema der Liebe bei Reclam erschienen

[erstmals erschienen ist dieser Artikel auf »DAS GEDICHT blog« (am 30. April 2021), von dort ist er übernommen]

eine kleine Buchvorstellung von Jan-Eike Hornauer Unter dem Titel »Gedichte für alle Liebeslagen« ist mitten im Corona-Lockdown, also in einer Zeit der Distanz, ein handliches Kompendium herausgekommen, das von inniger Nähe schwärmt, jedoch auch von den komischen und schwierigen Seiten der romantischen Liebe zu berichten weiß. Als Hardcover im kleinen Format (etwa A6) und durch die Verse von 88 zeitgenössischen Poetinnen und Poeten, die in ihm zu finden sind, ist es – auch langfristig – für die Position eines All- und Festtagsbegleiters prädestiniert. Eine wesentliche Basis dieses Auswahlbands bildete für Herausgeber Anton G. Leitner die aktuelle Ausgabe seiner Zeitschrift DAS GEDICHT. Unter dem Titel »Die Wiederentdeckung der Liebe« widmet sich die »hochkarätige Anthologie«, wie Alexander Altmann im Kultur-Teil des Münchner Merkur über DAS GEDICHT 28 urteilt, dem Paar-Romantischen und Platonisch-Hingebungsvollen – was laut Altmann ein »großes, lang anhaltendes und immer wiederkehrendes Lesevergnügen« verursacht.

Ein Geschenkbuch in vier Akten – brennende und bleibende Liebe

Die als Ge- und Verschenkband aufgemachte Reclam-Anthologie ist in vier Akte (was in diesem Kontext durchaus auch augenzwinkernd doppeldeutig verstanden werden kann) aufgeteilt: »Liebe kommt«, »Liebe brennt«, »Liebe geht«, »Liebe bleibt«.

Das Spielerische, aber auch das Drängende und Körperliche der hervorbrechenden Liebe wird bereits im Opener deutlich, Sprachartist Alex Dreppec fordert hier: »Werde tatsächlich tätlich. / […] Schmore in des Anderen Saft.« Und Altmeister Gerhard Rühm jagt kurz darauf, ebenfalls sprachverspielt und drängend, einen Feuersalamander. Ingo Müller hingegen bringt das Romantisch-Zarte im scheinbar Alltäglichen eines Klassenfestes am Juli-Abend in Verse, und bei Lutz Rathenow zeigt sich die verheißungsvolle Liebe ganz klassisch im Paartanz, hier dem Bossa Nova (wer sonst sollte auch schuld sein?), ebenfalls ein klassisches Stimmungsbild verarbeitet der Niederländer Hans Wap, der die Glut der untergehenden Sonne mit einer sich Bahn brechenden heißen Liebe und Begierde verbindet: »Die Sonne stand tief, als ich sie zum ersten Mal sah / […] ich war Feuer und Flamme« Als Meister des Entdeckens der Poesie im Alltäglichen, des Großen im Kleinen und umgekehrt zeigt sich zudem wieder einmal Karsten Paul. Er formuliert, bezogen auf einen warmen Oktobertag in der Fußgängerzone: »da machten wir die Äuglein klein / im grellen Licht der Erkenntnis / und ich kaufte uns Zitroneneis«.

Ein gerade bei einer durch einen Vollbayern edierten Sammlung freilich auch zu erwähnender Aspekt ist, dass Religion und die Sehnsucht nach Genuss, hier nach Erotik, sich nicht gegenseitig ausschließen. Dies zeigen etwa die Gedichte »eva« (Raoul Schrott) und »Klosterurlaub« (Kerstin Hensel). Doch ganz klar bleibt letztlich: Neben der Begierde steht die Unsicherheit – man will viel, aber nur, um den zart bittenden Schlussvers von Ilona Kischa zu zitieren: »wenn du mich lässt«.

»Ick setz da doch nich nackicht vor de Türe«

Heißer wird es, logisch, im Kapitel der brennenden Liebe – wobei diese Liebe durchaus auch eine kurze oder nur situativ lodernde sein kann, wie etwa in Gabriele Trincklers Sonett, das herrlich an Tucholsky, Kästner, Kaléko denken und die Berlinerin (die schon lange im bayerischen Exil lebt) frei Schnauze sagen lässt, was am Ende einer ersten – nun ja, Liebsnacht? zumindest bei ihrem lyrischen Ich Sache ist: »Na, wenn de schon ma da bist, bleibste halt. / Ick setz da doch nich nackicht vor de Türe. […] // Wir könn uns jut vertrajen, wir zwee beeden. / Son Schäferstündchen dauert nur ne Nacht. / Zabrich dir nichn Kopp, hör uff zu reden! / Die Zeit vajeht viel schnella als jedacht. […] // und jetzt komm her! Wir werdn det schon wuppen!«

Sicher kein Zufall: Auf die andre Seite des Blattes wurde mein eigenes Sonett gestellt, das ebenfalls die Erotik behandelt, aber die vertraute und zutrauliche und nur im sexuellen Sinne gespannte Stimmung szenisch fasst. In Stein gehauene Fleischlichkeit gibt’s dann direkt daneben bei Norbert Göttler, der eine Aphroditenstatue zu sinnlichem Leben erweckt, und Uwe-Michael Gutzschhahn sowie Manfred Chobot packen »die gelegenheit beim schopf«, um das Gefühl von einem »Liebesgedicht« auch in den Alltag zu retten. Sie wissen, es braucht dazu kein »Alltägliches Hymnensingen« (so der Titel von Marina Maggios Gedicht), wichtig aber bleibt »Mein Atem auf deiner Blöße« (mit diesen Worten ist Andreas Kirns Beitrag überschrieben), so dass es schließlich »wütet im Unten im Unten« (wie es bei David Westphal steht) und immer wieder heißt: »Wir // spitzen die Nacht an« (bei Babette Werth).

»zwischen uns keimt schnell etwas auf«

Wie man sich ganz gesittet in einer Tanzstunde näherkommt, beschreibt Jan Wagner aus schmunzelnder Distanz zum Auftakt des dritten Akts. Und im Gedicht »Meine große Schwester« führt Sujata Bhatt anhand des alten Bildes von Blütenblätterrupfspiel »Er liebt mich, er liebt mich nicht …« vor, wie bestimmend und doch auch wieder flüchtig sich das große Verliebtsein gestalten kann. Die heimliche und aufrichtige Verehrung in der anonymen Großstadt nimmt sich Siegfried Völlger vor. Und Syna Saïs schließt die Corona-Thematik mit den Fieberkurven der Liebe kurz – dabei findet sie eine (zeitweilige) Distanz gar nicht so schlecht: »es ist gut dass wir uns nicht berühren dürfen [/] das könnte was übertragen / was entzünden [/] zwischen uns keimt schnell etwas auf [//] es ist gut dass wir nicht mehr reisen können [/] zusammen in ein risikogebiet unserer seelen«.

Thomas Hald sehnt sich nach mehr, kann aber nur vereinzelt liegengelassene Gegenstände seiner Dauergeliebten eng bei sich halten. Und Said schwärmt: »ich erinnere mich / an deine nacktheit / an das morgenlicht« Und er bedauert: »nirgends ein nachmittag / für unsere küsse«.

Im sehnsuchtsvollen Rückblick verfangen sind die Verse von Wolfgang Oppler und Volker Maaßen (der im vergangenen Jahr verstorben ist und uns so noch Abschiedsgruß mit auf den Weg gibt). Sandra Blume arbeitet im poetisch-zart gemalten Bild »Philemon & Baucis vom Meileshof« eine innige Beziehung, eine glückliche Ehe nach, für die am Ende gilt, dass quasi nichts bleibt – und damit alles: »Sie konnten nichts mitnehmen. / Nur jeden einzelnen genossenen Tag.«

»Ich brauche deine Hand auf meiner«

Wie es sich anfühlt, wenn die Liebe bleibt, macht eingangs des vierten Akts der Herausgeber selbst klar – mit Versen für seine Frau Felizitas, die wahrlich nicht neu sind, aber immer noch gültig (wie jeder weiß, der die beiden mal zusammen erlebt hat) und gerade deshalb hier richtig. Ja, Anton G. Leitner dreht immer noch seine »Kleine Welt Runde mit F.« – und das ist schön und gut so. Von inniger Hingabe geprägt zeigt sich zudem Helmut Kraussers Sonett, das anhebt mit: »Ich brauche deine Hand auf meiner«. Und zu diesem Schluss führt: »Was an mir einzig ist, bist du.« Ludwig Steinherr baut in »AugenPaare« das Motiv des Versinkens in des Andren Augen hingebungsvoll aus. Und Christophe Fricker gelingt es, die tiefe, unauflösliche Verbundenheit nach jahrzehntelangem geglücktem Paarsein zu beschreiben: »Ich bin nachts aufgewacht und wusste nicht – / Und wusste lange noch nicht – wer ich war, / Bis da der Atem war, in dem ich lag«.

Ja, »die Schließung der platonischen Akademie« (so Ulrich Johannes Beil in »Die Idee von dir in mir«), sie kann in ein langanhaltendes Glück führen, mit einem schalk- und lustvollen »Nachglühen« wie bei Hellmuth Opitz. Das ist gut zu wissen. Und sehr schön zu lesen. 

 

Die Eckdaten zum Buch:

Gedichte für alle Liebeslagen
Herausgegeben von Anton G. Leitner
Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart, März 2021
Hardcover im Format der Universalbibliothek
135 Seiten, 10,00 €
ISBN 978-3-15-011315-8  


Waschzettel
zum Buch als PDF: https://www.dasgedichtblog.de/wp-content/uploads/2021/04/Reclam-Verlag_Leitner_AntonG_Gedichte-für-alle-Liebeslagen_21_03_12.pdf

Bestellung im Reclam-Verlagsshop oder über jede Buchhandlung; hier geht’s zur entsprechenden Webseite bei Reclam: https://www.reclam.de/detail/978-3-15-011315-8/Gedichte_fuer_alle_Liebeslagen

 

Einfach edel: bilingualer Auswahlband mit Anton G. Leitners Gedichten in französischer Edition erschienen

[erstmals erschienen ist dieser Artikel auf »DAS GEDICHT blog« (am 29. Juni 2020), von dort ist er übernommen]

Der farbige Verkaufsumschlag des französisch-deutschen Auswahlbandes »voix en plain trafic – Stimmen im Verkehr«

Es ist schon so etwas wie ein Ritterschlag – und für den Schriftsteller, Herausgeber und Lyriknetzwerker ein besonderer Grund zu Freude: In der bilingualen Edition des französischen Alidades-Verlags ist im Frühjahr 2020 unter dem Titel »voix en plain trafic – Stimmen im Verkehr« ein Auswahlband mit Gedichten von Anton G. Leitner erschienen. Seine Vorgänger in der deutsch-französischen Reihe sind: Heinrich Böll, Uwe Dick, Dieter M. Gräf, Peter Härtling, Manfred Peter Hein, Friedrich Nietzsche, Patrick Roth und Joachim Sartorius.

25 Gedichte hat der arrivierte Übersetzer und anerkannte Lyrikeditor Joël Vincent herausgesucht und ins Französische übertragen. Die Mehrzahl stammt aus Leitners Lyrikband »Im Glas tickt der Sand«, hinzu kommen Poeme aus »Die Wahrheit über Uncle Spam« und aus dem Mundartwerk »Schnablgwax«. Zweisprachig präsentiert werden sie in einem Bändchen, das einfach und edel zugleich daherkommt: wertiges Papier, schöner Druck und ein haptisch sowie optisch ansprechender Umschlag kommen hier mit einfacher Klammerheftung zusammen. Hinzu kommt ein schützender Verkaufsumschlag, der ästhetisch und zugleich funktional gestaltet ist. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Preis, er fällt mit sechs Euro gewiss für so manchen Leser in Deutschland überraschend und erfreulich gering aus.

Die Liebe am Anfang – und der Tod kommt hinzu

Schlicht-eleganter Titel des eigentlichen Broschurbandes mit Gedichten von Anton G. Leitner im Original sowie in Joël Vincents Übersetzung

Doch nun zum Eigentlichen: den lyrischen Texten. Es geht los mit der Liebe, der Zweisamkeit, dem Erotischen, es geht um »zusammen // nippen / am Himmel« und ums ostentative Körpergrillen im Isarsommer. Sogar im Salatbeet wälzen sich die Liebenden. Bald aber lauert auch schon der Tod in den Versen: Im U-Bahnschacht etwa kommt er herangerast. Und nach ihm, mit ihm geht der Verkehr weiter, das Wirrwarr der Stimmen, des Seins und Nichtseins – und alles verbindet sich am Ende miteinander. Ebenso wie Liebe und Tod übrigens, nicht umsonst wird der Orgasmus, vor allem von unseren französischen Nachbarn, auch als kleiner Tod bezeichnet. Unbestritten ist: Beides reißt aus dem Leben, aber das eine eben nur für einen Moment, das andere für immer.

Das Momentum des Todes verblasst bald, das der Liebe wird hingegen noch gedehnt, etwa wenn es um die bange Frage geht, ob die Freundin nach etwas Freude im ersten Semester nun schwanger ist – und wie man als junges Paar die Zeit bis zur Antwort erlebt. Und die »Kleine Welt Runde mit F.« ist schließlich eine große Liebeserklärung, und zwar vom Dichter Anton G. Leitner an seine Felizitas, ohne die er – und umgedreht wohl auch sie ohne ihn – schon seit langer, langer Zeit gar nicht mehr denkbar ist.

Bekanntes Land neu entdecken – und sich neben Tiefgründigem auch Albernes trauen

Weiter geht es um Philosophisches (gerne auch mal derb und knapp auf den Punkt gebracht), um den Menschen in der Welt (grundsätzlich und auf die Modernitäten der Gegenwart bezogen, etwa Internet und Pornografie) und um zeitlose Bilder wie die zarte Birke, die, ihrem »Bio Rhythmus« folgend, ihr Blattwerk verliert. Überraschende Perspektivwechsel ergeben sich, wenn Bekanntes auf einmal aus der entgegengesetzten Richtung betrachtet wird: Wenn beispielsweise das Meer, aus dem alles Leben entstanden ist, das »Land mit anderen Augen /sieht«. Aber auch Albern-Humoristisches hat in diesem Gedichtband seinen Platz. In die Wortgaukelei Verliebte kommen nicht zu kurz, ob Leitner Szenen einer Ehe beschreibt oder Weltraumfahrer im All. In entspannter Stimmung werden die Leserinnen und Leser aus dem schmalen, sorgfältig zusammengestellten und edierten bilingualen Band entlassen. Und dies ganz gleich, ob sie nun die deutschen Fassungen gelesen haben, die französischen oder beide.

(jeh)

 

Die Eckdaten zum Buch:

Anton G. Leitner
»voix en plein trafic / Stimmen im Verkehr«
Zweisprachige Ausgabe (Französisch–Deutsch),
Übersetzung ins Französische von Joël Vincent
Alidades | collection Bilingues, Thonon-les-Bains, France
48 Seiten, € 6,- [D], April 2020
ISBN 978-2-919376-71-1
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit in Deutschland
über den Lyrikshop der Zeitschrift DAS GEDICHT
im Anton G. Leitner Verlag (AGLV): https://aglv.com/voix-en-plein-trafic
Oder Bestellen direkt beim Alidades-Verlag in Frankreich:
http://www.alidades.fr/leitner.html

 

Leseproben:
 

Anton G. Leitner

Kleine Welt Runde
mit F.

Alles, was ich brauche
um mich: Du, will sagen
bist der Halt, aber drehst dich
mit mir im Kreis.
Wir beschreiben uns selbst
im Drehen erst richtig:
Mann und Frau
bis das Karussell still steht
halten wir stand

* * *


Le petit monde tout en rond

avec F.

Tout ce qu’il me faut
autour de moi : Toi, je veux dire
Tu es le soutien, tu tournes
En rond avec moi.
Nous nous décrivons nous-mêmes
en tournant avant tout parfaitement :
homme et femme
jusqu’à l’arrêt du manège
nous tenons bon

[Traduit par Joël Vincent]

 

Zum Autor:

Anton G. Leitner. Foto: Volker Derlath, München.

Anton G. Leitner, geb. 1961 in München, lebt als Schriftsteller, Herausgeber und Verleger in Weßling (Lkr. Starnberg). Seit 1993 ediert er die buchstarke Jahresschrift »Das Gedicht«. Leitner veröffentlichte bislang mehr als 40 Anthologien, darunter jüngst bei Philipp Reclam jun. »Die Bienen halten die Uhren auf. Naturgedichte« (2020). Von ihm erschienen bislang dreizehn lyrische Einzeltitel, zuletzt »Schnablgwax. Bairisches Verskabarett«. Eine Werkauswahl seiner Gedichte wurde ins Englische übertragen und 2018 unter dem Titel »Selected Poems 1981–2015« bei SurVision Books in Dublin publiziert. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem V. O. Stomps-Preis der Stadt Mainz, dem Bayerischen Poetentaler und dem Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung.

 

 

 

Über die Natur – von Schönheit bis Erschöpfung, von Bewunderung bis Zerstörungsdiagnose reichen die Verse der neuen Reclam-Anthologie

[erstmals erschienen ist dieser Artikel auf »DAS GEDICHT blog« (am 20. Mai 2020), von dort ist er übernommen]

Frisch bei Reclam erschienen: zeitgenössische Naturgedichte im handlichen Hardcover

Das Verhältnis des Menschen zur Natur – es ist eines der traditionsreichsten Dichtungssujets überhaupt. Mit der gerade bei Reclam erschienenen Anthologie »Die Bienen halten die Uhren auf«, herausgegeben von Anton G. Leitner, wird die Gattung der Naturgedichte mit Poemen von über 100 zeitgenössischen Dichterinnen und Dichtern weiter fortgeschrieben, unter ihnen aufstrebende Namen, wie Matthias Kröner, Sandra Blume, David Westphal und Anna Münkel, sowie längst im lyrischen Olymp etablierte, wie Jan Wagner, Günter Kunert, Ilma Rakusa und Helmut Krausser.

Der Begriff »Naturgedicht« wird dabei durchaus weiter gefasst: Dem romantischen Blick wird hier auch der kritische gegenübergestellt, neben prachtvoller Natur wird ebenfalls ihre Zerstörung aufgezeigt. Weiter stellt sich klar heraus: Man kann die Natur genießen, doch man muss es nicht, man darf sich eben auch einmal an ihr stören. Und neben Pathos, poetischen Zauber und ernste Sachlichkeit dürfen Flapsigkeit und Humor treten.

Von Bayern 2 als Buch-Favorit ausgezeichnet: In der Hörfunk-Sendung »Bayern 2 Favoriten« vom 19. Mai wurde die Lyrik-Sammlung vorgestellt und gewürdigt.

Kurzum: In vielen Perspektiven lässt sich auf die Natur blicken – gut hundert Gedichte sind in diesem Band versammelt. Was sie eint: dass sie alle aus dem Jetzt stammen. Und dass sie zusammen ein buntes, zum Genießen und Nachdenken anregendes lyrisches Mosaik ergeben.

So leisten sie einen Beitrag nicht nur zu einem etablierten und seit jeher beliebten literarischen Subgenre, sondern auch zum – vor Auftreten des Corona-Virus – bedeutendsten gesellschaftlichen Gegenwartsdiskurs: Das Verhältnis von Mensch und Natur ist schließlich auch Kern allen (geforderten) grünen Umdenkens, der weltweiten »Fridays for Future«-Bewegung und sämtlicher Herausforderungen rund um das Thema Klimawandel.

Vitalität und Aufbruch – Verse mit Idyllen, voller Schönheit und von metaphorischem Einfallsreichtum

Das knapp 160 Seiten starke Buch, dessen Gedichte teilweise auch in »DAS GEDICHT #27 – Dichter an die Natur« enthalten sind, ist in vier Kapitel eingeteilt: »Alles Natur«, »Welke Welt«, »Die Scharen der Stare« und »Früchte für Nachkommende«.

Ihr »Auge wie berauscht / in diesem Garten« findet Ilma Rakusa im Auftaktgedicht »Flora« und bedient damit gewiss gleich die Kernerwartung der meisten Leserinnen und Leser an einen Naturlyrikband. Philosophisch wird es dann bei Sabine Minkwitz, die die Schattenseite des Lebens poetisch-pointiert lobt: Dass Moos im Schatten prima gedeiht und etwas Herrliches ist, beobachtet sie. Friedrich Hirschl nimmt, wenn man das so sagen darf, den Gebirgsbach auf die Schippe: die Jahreszeiten offenkundig mit den Lebensaltern gleichsetzend, »ermahnt« er den vor Vitalität übersprudelnden »Gebirgsbach im Frühling« mit den Worten: »Mein Freund / im Sommer / sprechen wir / uns wieder«. Eine Idylle entwirft Brigitte Fuchs mit ihrem »Sommerabend am See«.

Doch nach dieser Entspannungspause wird’s hektisch: »Keine Zeit für Pausen« findet die – durchaus menschlich anmutende – Eintagsfliege Barbara Zeizingers. Ruhe und zeitlose Ästhetik gibt’s hernach gleich wieder bei Markus Bundi und Norbert Göttler, wo sich’s um Weizen, Klatschmohn und Sommerregen dreht, und Gabriele Trinckler besingt die Gier der Vögel beim »schnabulieren« (ein Gedicht, das für sich steht – aber auch als Mensch-Metapher funktioniert). Dass Natur und Mensch auch in der Stadt aufeinandertreffen – und zwischen ihnen eine Art fragile Verbundenheit herrscht, das zeigt etwa Thomas Hald auf, der sich in »städtische krähen« von ebenjenen durchschaut fühlt.

Natur und Zivilisation – ein spannungsreiches Verhältnis

Das immerwährende Ringen zwischen natürlicher und zivilisierter Welt fängt Andreas Altmann zu Beginn des zweiten Kapitels ein, eine diesbezügliche Symbiose zeichnet direkt darauf Andreas H. Drescher. Was für einen herrlichen Spielplatz überwucherte Trümmer abgeben können, besingt Achim Raven in seinem Kinderindianergedicht. Ein Märchenidyll mit Pferdefuß, welches aufzeigt, dass sich Natur eben nicht beliebig manipulieren lässt, lichtet Sandra Blume im Stallgeburtsgedicht »Gretel« in Versform ab. Und die Absurdität künstlich geschaffener Schneeparadiespisten im großen Ausmaß bringt Wolfgang Oppler humoristisch zur Geltung.

Der Widerstreit zwischen Mensch und Natur ist auch Thema bei Sujata Bhatt – hier geht es um die Eigenart, möglichst bequem Natur erleben zu wollen und sie eben dadurch leicht zu zerstören, etwa indem man das Paradies via Feriendomizil-Serienbau beeinträchtigt. Natürlich weiß Bhatt, diese Kritik leichtfüßig auslaufen zu lassen, so dass neben die Erhellung auch ein wohliges Gefühl beim Leser tritt. Unbequemer ist da Maik Lippert, er präsentiert einen »Gesang / vom Verenden«. Und Thomas Glatz verweist dann auf die große Poesie von vielen Vogelnamen – die leider bereits ausgestorbenen Arten angehören. Manfred Chobot meint, nicht ganz ernst, das Verschwinden von Natur sei kein Problem, schließlich könne man sich bald alles 3D-mäßig neu drucken.

Eine Natur-Kultur-Vereinigung sieht Fitzgerald Kusz in der »plastiktüte auf dem baum«. Und Anna Breitenbach konstatiert in »Wanderfreuden« etwa dies: »Im Wald blühen schon / wieder die Tempos«. Dass die Natur in den letzten Jahrzehnten recht gelitten hat, diagnostiziert auch der leider jüngst verstorbene Immenstadter Poet Dieter Höss, wenn er sich mit sarkastischem Witz, der an die Nicht-mehr-ganz-Jungen gerichtet ist, eindeutig auf die Seite der »Fridays für Future«-Bewegung stellt. Wortartistisch und umweltkritisch befürchtet Alex Dreppec, dass Stau-Becken bald zu Staub-Ecken des Planeten werden. Und Jana Franke haut raus: »der wald iss weg«.

Wenig Grund für Hoffnung bieten dem Menschen ganz grundsätzlich die »Mühen der Ebene«, wie Günter Kunert, leider ebenfalls kürzlich verstorben, feststellt. Macht und Ohnmacht im Verhältnis von Mensch und Natur beschreiben nachfolgend auch Holger Paetz und Lutz Rathenow. Ersterer wünscht sich quasi einen Weltuntergang durch ungezügelte und die Zivilisation hinwegfegende Natur, will aber bitte erst noch trockenen Fußes zum Discounter, der zweite genießt die Natur – aber nur vom sicheren Hochhaus aus – und merkt kritisch an, wenn man sie so wie aktuell üblich schützt, verlängere sich auch bloß ihr Sterben …

Bei Karsten Paul wiederum könnte eine Mensch-Natur-Vereinigung gelingen, doch das lyrische Ich schlägt hier mit Gewalt die »Treehugger« in die Flucht; das liest sich dann so: »ich hole meine Zwille / ein paar Steine auf den nackten Arsch / vertreiben die Drecksstädter«. Romantisch, wenn auch in eigentümlich moderner Variation, wird’s bei Augusta Laar, sie schreibt über »Verliebte Autos im Wald«. Und Axel Kutsch führt mit großem Witz vor, dass literarischer Naturgenuss durchaus am besten ohne echten Natureinfluss zustande kommt.

Auf zum gemeinsamen Untergang – Tod, Herbst und andere Schönheiten

Wie Zivilisation und Natur aufeinanderprallen, thematisiert auch Fritz Deppert ziemlich am Anfang des dritten Buchkapitels. Es »pflügen Wildschweinrotten / den Golfrasen um« in seiner »Treibjagd« – die er übrigens lediglich von der Terrasse aus beobachtet, denn die Jäger sind zwar auch Menschen, aber andere. Die Schweine sterben wohl, das lyrische Ich und seine Begleitung trinken weiter Kaffee. In hochpoetischen zarten Versen würdigt dann Johannes Zultner die heruntergefallenen herbstgelben Blätter als »sonne von unten«. Und, von einer Morgenstern-Zeile inspiriert, würdigt mit einem federleicht daherkommenden Krähengedicht Uwe-Michael Gutzschhahn die Beliebigkeit von so vielem in dieser Welt.

Zu Herbstimpressionen führen im Anschluss Fouad El-Auwad, der in einen Weinberg geleitet, und Christoph Wenzel, der dieses sieht: »nur noch der blümchen-BH auf dem wäscheständer / von letzten hummeln bestäubt«. Verspielt-melancholisch träumt Gerhard Rühm vom »laubsein«, Georg Langenhorst beobachtet ein »Drachenspiel«, und den Zauber eines sich bewegenden Starenschwarms fängt Christoph Leisten, Mitherausgeber der DAS GEDICHT-Ausgabe zum Thema Natur, in ausdrucksstarken Versen poetisch ein. Ludwig Steinherr befindet in »Raureif« nicht minder bildstark und einfühlsam: »Die Landschaft hat eine Gänsehaut // Als hätte ihr ein Finger / sehr sanft über die Wirbelsäule gestrichen«. Sabine Schiffner schließlich erscheint ein taumelnder Schmetterling im Winterlicht als »trugbild und nicht wirklich wahr«, ja als »erscheinung«.

Das Ende – und Aussicht auf Weiteres

Die Prägung des modernen Menschen, der beim Hören von Wellenrauschen unwillkürlich an die Akustik von befahrenen Autobahnen denken muss, greift Michael Augustin humoristisch pointiert auf. Von Andreas Reimann wird erst noch ein Idyllbild aufgerufen – doch rasch zeigt sich, es ist trügerisch, es ist inhaltsleerer Schein: Die Früchte mögen verlockend anmuten, doch letztlich ist es so, »als hätten sich alle aromen in wasser verlaufen«. Bei Walle Sayer dann muss die letzte widerständige Natur nachgerade Überforderndes leisten: »Einzig eine Kandelaberfichte / fängt des Winters ganze / Schneelast auf.«

Dass das alles letztlich nur Zuschreibungen sind – und dass man viel in der Natur sehen kann, diese das jedoch gar nicht braucht, da sie eben einfach ist, verdeutlicht Josef Brustmann, der die poetologische Geschichte des Baches sanft anklingen lässt. Vielleicht ist es da das Beste, die Natur einfach nur zu beobachten? Ralf Thenior tut dies. Und erlebt so letztlich »einen aufregenden Freitagnachmittag«. Allerdings gebiert sich der Thrill hier nicht nur aus der Beobachtung an sich, sondern auch aus dem Umstand, dass er vom Aussterben bedrohte Fauna- und Flora-Vertreter in ihrem letztverbliebenen Biotop beobachtet.

Das Reich der Toten, genauer »Die Nekropole von Pantalica« verleitet Joachim Sartorius zum Beschreiben von morbider Schönheit. Er sieht in dem vergangenen Leben auch den Verweis auf einen Neubeginn.

Das Sterben des Freundes und das Sichten von Krähen sind in den Versen Jan Wagners eng verknüpft. Hier steht der schwarze Vogel, ganz seinem traditionellen Topos gemäß, für Tod und Trauer. Verfolgt von Krähen, will der Erzählte selber letztlich nichts mehr sein als ihr »herbstfeld« und damit ein »ort der rast der krähen«. Das Leben hat also auch ihn verloren; dafür bringt ihn der Todes- und nun auch Sehnsuchtsvogel, so scheint es zu sein, in ein Reich der Ruhe. Und das ist ja nun auch nicht wenig, das Ende kommt mithin bei aller Tragik versöhnlich daher.

Ihren »Garten im Osten« beschreibt Klára Hůrková: Er ist ein Ort des Heimkommens, aber eben auch des endgültigen Heimfindens. Ihr Hund und ihre Katze liegen etwa dort begraben, er ist insekten- und pflanzenreich und also auch voller Leben; doch die Feuerstelle und die tibetischen Gebetsfahnen verweisen wieder auch auf mehr als nur reine Gemütlichkeit. Dieser Garten ist ganz irdisch – und hochtranszendent.

Einen weniger zartfühlenden Zugang zur Natur macht Ulrich Beck spürbar: Bei ihm ist die Natur nicht das Eigentliche, sie wird zur reinen Kulisse, und das eigentliche Ziel ist, was er deutlich kritisiert: »strecke machen«. Ja, so bringt man Idyll und Leistungsgesellschaft zusammen und führt sie mit viel Sprach- und Bildwitz sowie ordentlich Drive in den Versen gemeinsam ins lächerlich Absurde. Dass der Mensch für die Natur bedrohlicher ist als umgekehrt, zeigt Helmut Krausser szenisch eindrucksvoll. Und dass es in ihr Romantik ebenso gibt wie wahren Blutdurst.

Die hochunterschiedliche Gestaltung der Umgebung durch den Homo sapiens weisen am gleichen Gegenstand Rumiana Ebert und Salli Sallmann auf: Bei ihr geht es um die Mühe, die es macht, einen Teich selbst auszuheben – bei ihm darum, wie durch einen Bombentrichter versehentlich ein Teich entsteht (der dann aber »dem / ewig jungen Grünschlamm / des Vergessens« anheim zu fallen droht). Zu deprimierend für den Abschluss? Nun denn, dann möge dieser Artikel mit »Mann im Zoo« enden, einem kleinen Gedicht von Christian Futscher: »Geht es mir nicht so gut, / gehe ich in den Zoo / und rede dort / mit den Erdmännchen. / Danach geht es mir besser.«

(jeh)

 

Die Eckdaten zum Buch:

Die Bienen halten
die Uhren auf
Naturgedichte
Herausgegeben von Anton G. Leitner
Philipp Reclam jun. Verlag,
Stuttgart, Mai 2020
Hardcover im Format der Universalbibliothek
160 Seiten, 12,00 €
ISBN 978-3-15-011249-6

Bestellung etwa im Reclam-Verlagsshop oder über jede Buchhandlung; hier geht’s zur entsprechenden Webseite bei Reclam: https://www.reclam.de/detail/978-3-15-011249-6/Die_Bienen_halten_die_Uhren_auf

 

Ankündigung: »Tag der Lyrik«-Lesung der Österreichischen Gesellschaft für Literatur mit Leitner, Lubomirski und Wimmer am 4. März in Wien

Mittwoch, 4. März 2020, ab 19 Uhr

Österreichische Gesellschaft für Literatur lädt
zum »Tag der Lyrik« zur Lesung mit Anton G. Leitner,
Karl Lubomirski und Erika Wimmer

Palais Wilczek
Herrengasse 5 | 1010 Wien

Eintritt frei

Österreichisch-bayrisch mit italienischem Einschlag wird’s zur »Tag der Lyrik«-Lesung in den Räumlichkeiten der Österreichischen Gesellschaft für Literatur im Palais Wilczek (1. Bezirk, Wien). Es gestalten zwei österreichisch-stämmige Autoren und ein urbayrischer Poet zusammen den Abend, der gewiss ein harmonischer, also ein in sich runder wird, besteht doch zwischen Österreich und Bayern zumindest eine Art traditionelle Wahlverwandtschaft, gerade auch in puncto Weltsicht und Sprache, und passt doch auch Italien traditionell hier bestens hinzu (nennt man doch etwa München heute noch die nördlichste Stadt Italiens). Doch auch für Abwechslung genug ist gesorgt, denn neben die männliche tritt auch die weibliche Perspektive, der ländliche Blick steht neben dem städtischen, und der Im-Heimatdorf-Verhaftete tritt neben den Nach-Italien-Ausgewanderten. Es lesen: Anton G. Leitner, Karl Lubomirski und Erika Wimmer (die mal unter diesem Namen und zuweilen auch unter Erika Wimmer Mazur publiziert).

Zu den Autoren:

Anton G. Leitner, 1961 geboren, ist in Weßling bei München aufgewachsen, wo er auch heute noch lebt. Der vielfach ausgezeichnete Poet, Herausgeber und Verleger (u. a. Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung und Bayrischer Poetentaler) ediert hier seit 1993 die Jahresschrift DAS GEDICHT (zumeist mit jährlich wechselnden Co-Herausgebern). Überdies sind von ihm zwölf Lyrikbände, zuletzt »Schnablgwax«, und gut 40 Anthologien erschienen. Eine Werkauswahl seiner Gedichte wurde ins Englische übertragen und erschien im November 2018 unter dem Titel »Selected Poems 1981–2015« in Dublin. www.AntonLeitner.de

Erika Wimmer, geboren 1957 in Bozen als Tochter des Journalisten und Autors Niklas Mazohl, lebt heute in Innsbruck, wo sie als Autorin und Literaturwissenschaftlerin tätig ist. Sie verfasst Lyrik, Prosa, Hörspiele und weitere dramatische Texte. Von 1997 bis 2003 leitete sie das »Literaturhaus an der Inn«. Prägend waren für sie auch ausgiebige Auslandsaufenthalte, sie lebte zeitweilig in Italien, USA, Frankreich und Indien. Die Autorin ist mehrfach ausgzeichnet, etwa mit dem Staatsstipendium für Literatur und dem Kunstpreis der Stadt Innsbruck. Rund 20 Titel sind bislang von ihr erschienen, zuletzt der Gedichtband »Orte sind«. www.ErikaWimmer.net

Karl Lubomirski, 1939 in Hall (Tirol) geboren, lebt seit knapp 50 Jahren in Italien, genauer in Brugherio (nahe Mailand). Im Lyrischen zuhause geblieben ist er allerdings in der deutschen Sprache, in der er selber schreibt und in die hinein er auch die Verse von Poetenkollegen aus dem Italienischen übersetzt. Auch darüber hinaus begreift er sich als Brückenbauer zwischen Nationen (und dies nicht nur zwischen Österreich und Italien) und als Weltbürger. Dazu passt, dass seine Poesie weltweit in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und er u. a. in ganz Europa, Japan, Russland, den USA und Südamerika gelesen hat. Ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erster Klasse. Zuletzt von ihm erschienen ist der Lyrikband »Unbewohnbares Rot«. www.Lubomirski.at

 

»Dichter an die Natur«-Premierenlesung: diese zwölf Poetinnen und Poeten präsentieren am 28.11. DAS GEDICHT 27 in der Eifel

Donnerstag, 28. November 2019, ab 19.30 Uhr
Kulturhof Velbrück:
»DAS GEDICHT #27 – Premierenlesung mit den
Herausgebern und weiteren Lyrikern«

Wird druckfrisch präsentiert: DAS GEDICHT 27 »Dichter an die Natur«

Nun stehen alle Namen, diese zwölf Poetinnen und Poeten werden zusammen die Premierenlesung zu DAS GEDICHT 27 »Dichter an die Natur« bestreiten und ihre Zuhörerinnen und Zuhörer auf einen lyrischen – und dabei ebenso neu-romantischen wie auch skeptischen – Streifzug durch die Natur- und Zivilisationslandschaften unserer Zeit mitnehmen: Birgit Bodden (Aachen), Matthias Buth (Rösrath-Hoffnungsthal), Martin Ebner (Aachen), Andreas Graf (Köln), Klára Hůrková (Aachen), Axel Kutsch (Bergheim), Christoph Leisten (Würselen), Anton G. Leitner (Weßling bei München), Hartwig Mauritz (Vaals, NL), Renate Meier (Meckenheim), Frank Schablewski (Düsseldorf) und Sabine Schiffner (Köln).

Unverändert bleiben die Eckdaten (siehe oben) und die Vorfreude aller Beteiligten auf den Buchpräsentationsabend, der diesmal nicht im Literaturhaus oder einer anderen literarischen Institution einer Großstadt stattfindet, sondern, dem Thema angemessen und durch die geographische Verortung des Co-Herausgebers Leisten naheliegend, eingebettet in eine herrliche Naturlandschaft: Im Zuge des »Lit.Eifel«-Programms lockt dieser besondere und vielfältige poetische Abend in den Kulturhof Velbrück.

 

Eckdaten zur neuen Ausgabe der buchstarken Jahresschrift:

Christoph Leisten / Anton G. Leitner (Hrsg.)
Dichter an die Natur, DAS GEDICHT #27
Mit einem Special für Kids, zusammengestellt von
Uwe-Michael Gutzschhahn
192 Seiten, € 15,- [D] / € 15,40 [A]
November 2019, ISBN 978-3-929433-85-2

Mit Beiträgen unter anderem von: Ulrike Draesner, Tanja Dückers, Sylvia Geist, Helmut Krausser, Günter Kunert, Dagmar Nick, Gerhard Rühm, Joachim Sartorius, Sabine Schiffner, Raoul Schrott und Jan Wagner.

 

Zu den Herausgebern:

Der Lyriker und Herausgeber Anton G. Leitner, geboren 1961, hat neben 27 Folgen von DAS GEDICHT über 40 Anthologien vor allem für Reclam und dtv ediert und ist für sein Schaffen vielfach ausgezeichnet worden. Zuletzt erschien sein Gedichtband »Schnablgwax. Bairisches Verskabarett«. Der Schriftsteller und Pädagoge Christoph Leisten, geboren 1960, publizierte zwei Prosabände und vier Gedichtbände, zuletzt »bis zur schwerelosigkeit«; Ende 2019 kommt sein neuester Lyrik-Einzeltitel heraus.

www.schnablgwax.de und www.christoph-leisten.de

 

Weitere Informationen zu Lesung, DAS GEDICHT 27, den Herausgebern und dem Veranstaltungsort finden sich in der Meldungs-Übersicht im gleich nachfolgenden Beitrag. Direkt erreichbar ist die erste Premierenlesungs-Meldung zudem hier: https://antonleitner.de/2019/11/15/ankuendigung-premierenlesung-von-das-gedicht-27-auf-dem-lit-eifel-programm-vom-28-november/